Dübel

Dübel
Inhalt
  1. So funktioniert ein Dübel
  2. Spezialfall: Hohlraumdübel
  3. Geschichte des Fischer-Dübels
  4. Dübel-Lexikon: Von "A" wie Ankergrund bis "Z" wie Zugkraft ...

Will man schwere Lasten (wie Gardinenstangen oder Küchenschränke) an der Wand oder Decke befestigen, sind Schraubverbindungen die beste Lösung: Damit die Schraube aber in Mauerwerk oder Beton hält, wird ein Dübel benötigt. Erst der Dübel gibt der Schraube festen Halt und sorgt für den nötigen Kraftschluss. Erfahren Sie, was Sie bei Auswahl und Anwendung von Dübeln wissen sollten! 

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Der Dübel ist ein universeller Helfer beim Bauen und Renovieren: Der Kunststoffdübel stammt wie sein Kollege der Holzdübel aus der Verbindungstechnik – unterscheidet sich in der Funktionsweise aber signifikant von diesem. Stellt der Holzdübel – ähnlich wie ein Nagel – die Verbindung zweier Bauteile selbst her, wird der Kunststoffdübel dort eingesetzt, wo Materialien verbunden werden sollen, in die sich eine Schraube nicht unmittelbar eindrehen lässt (= Beton, Mauerwerk, aber auch Gipskartonplatten).

 

So funktioniert ein Dübel

Der Dübel sorgt dafür, dass die Schraube fest im Bohrloch verankert ist – nur so kann die Last (z. B. des Regals) sicher auf die Wand übertragen werden. Daher ist es wichtig, dass Bohrloch und Dübel zueinander passen: Der Dübel soll – auch ohne Schraube – stabil im Bohrloch sitzen. Lässt er sich im Bohrloch drehen, ist das Loch zu groß bzw. der Dübel zu klein. Können Sie den Dübel nur mit Gewalt ins Bohrloch schlagen, ist das Loch zu klein!

Steckt der passende Dübel (Bohrdurchmesser und Bohrlochtiefe sind auf der Verpackung engegeben!) im Bohrloch, wird eine geeignete Schraube eingedreht – sie muss je nach Wandbeschaffenheit den richtigen Durchmesser und Länge haben. Dringt die Schraube nun immer tiefer in den Kunststoffdübel ein, spreizt sich der Dübel und verpresst sich im Bohrloch. So entsteht ein reibschlüssiger Kraftschluss zwischen Dübel und Mauerwerk. In Hohlräumen (z. B. bei Hochlochziegeln oder hinter Gipskartonwänden) verknotet sich das Material des Dübels, so dass die Schraube durch sogenannten Formschluss gegen Herausziehen gesichert ist.

 

Spezialfall: Hohlraumdübel

Für leichte Lasten (wie Bilder etc.) gibt es im Trockenbau spezielle Gipskarton-Dübel. Sie sehen wie aufgedunsene Schrauben aus und schrauben sich selbstständig in die Gipsplatte. Sollen hingegen schwere Lasten an einer Metallständerwerkwand oder in einer abgehängten Decke befestigt werden, muss ein Hohlraumdübel zur Anwendung kommen. Diese Dübel sind auch al Federklappdübel oder Kippdübel bekannt. Das Funktionsprinzip ist stets dasselbe: Im Hohlraum hinter der GK-Beplanung klappen zwei Stahlflügel auf und sichern den Dübel gegen das Herausrutschen aus der Wand.

 

Geschichte des Fischer-Dübels

Ehe der moderne Schraubdübel erfunden worden war, behalf man sich mit verschiedenen Methoden, um Schrauben in der steinernen Wand zu befestigen: Zum Beispiel wurden Holzstücke in die Mauer eingegipst oder eingemörtelt, in die eine Schraube eingedreht werden konnte. Auch schlug man zunächst Holzdübel in Bohrlöcher, um darin eine Holzschraube zu befestigen.

1910 erfand der Brite John Joseph Rawlings den ersten industriell gefertigten Spreizdübel – aus Hanfschnur und Tierblut bestand dieser frühe Vorläufer des Kunststoffdübels. Schließlich entwickelte der Patente-König Artur Fischer – auch Erfinder der Fischer Technik-Baukästen –  1958 den modernen Universaldübel aus Kunststoff, wie wir ihn heute kennen.

 

Dübel-Lexikon: Von "A" wie Ankergrund bis "Z" wie Zugkraft ...

  • Ankergrund: Baustoffe, in denen Dübel verankert werden sollen.
  • Baustoff: Material, aus dem ein Baukörper besteht. Hauptgruppen sind Beton, Mauerwerksbaustoffe und Plattenbaustoffe.
  • Belastungsarten: Höhe der Belastung (die absolute Kraft, die auf das Verbindungsmittel wirkt), Belastungsrichtung (Normal- oder Zugkraft, Quer-/Scherkraft, Schrägzug, Schrägzug im Abstand – Biegung) und Belastungstyp (ruhende und dynamische Belastung, Schockbelastung).
  • Bohrmehl: Beim Bohren entstehender Staub darf nicht im Bohrloch zurückbleiben. Sonst wird die Montage des Dübels erschwert. Bohrmehl belästigt außerdem den Monteur, besonders wenn über Kopf gebohrt wird. Absaugvorrichtungen und Schutzbrille helfen.
  • Bohrverfahren: Je nach Werkstoff des Baukörpers werden zum Herstellen von Dübellöchern die Verfahren Dreh-, Schlag- und Hammerbohren eingesetzt.
  • Brandschutz: Im Brandfall ist es wichtig, dass die Befestigungsmittel nicht vor dem Baustoff versagen. Auch deshalb müssen oft Dübel aus Metall eingesetzt werden.
  • Drehbohren: Dübellöcher in weichen bis mittelharten Baustoffen, z. B. Vollziegeln und Lochsteinen, werden sinnvoll durch Drehbohren erzeugt.
  • Dynamische Belastung: Wenn ich die Größe der Belastung ud/oder die Belastungsrichtung häufig ändert, wird von einer dynamischen Belastung gesprochen. Typische Beispiele: die Befestigungen von Hängematten und Kinderschaukeln.
  • Formschluss: Das Befestigungsmittel nimmt de Form des Hohlraumes im Baustoff an.
  • Hammerbohren: Typische Bohrmethode für die Herstellung von Dübellöchern in harten Baustoffen wie Beton, Kalksandstein und Naturstein ist das Hammerbohren. Die hohen Schlagkräfte bedingen besondere Werkzeuge, so genannte Hammerbohrer – als Elektrowerkzeuge nennt man sie Bohrhämmer.
  • Korrosion: Eine aggressive Atmosphäre (Feuchtigkeit, Salzwasser, chemische Dämpfe) beeinflusst Befestigungselemente. Dann müssen korrosionsfeste Werkstoffe verwendet werden.
  • Lochsteine: Sie bestehen aus demselben Material wie Vollsteine, besitzen aber regelmäßig angeordnete Hohlräume. Lochsteine mit dichtem Gefüge sind lchziegel, Kalksand-Lochsteine und -Hohlblocksteine. Poriges Gefüge besitzen Leichtziegel und Leichtbeton-Hohlblocksteine.
  • Mauerwerksbaustoffe: Vollsteine, Lochsteine, Plattenwerkstoffe.
  • Plattenwerkstoffe: Dünnwandige Baustoffe aus Gipskarton, Gipsfaser oder Holzwerkstoffen.
  • Querkraft: Meistens bei Wandbefestigungen. Die Kraft wirkt quer zur Richtung, in welcher der Dübel gesetzt ist.
  • Reibschluss: Befestigungsart, die durch Aufspreizen des Dübels erreicht wird. Die Reibungskraft muss größer sein als die Auszugskraft, die auf den Dübel wirkt.
  • Schlagbohren: Bohrverfahren, das gut für die Herstellung von Dübellöchern in mittelharten Baustoffen wie Kalksandsteinen und Klinkern geeignet ist. Zum Bohren in Beton ist Schlagbohren nur gelegentlich geeignet (hohe Andruckkräfte).
  • Schrägzug: Die Summe aus Zug- und Querkraft wird Schrägzugkraft genannt. Die geometrische Addition von Zug- und Querkraft ergibt Größe und Richtung der Schrägzugkraft.
  • Stoffschluss: Ein Mörtel verbindet sich mit dem Dübel- und Ankergrund.
  • Versagensarten: Befestigungen können versagen, wenn die Last zu groß oder wenn die Festigkeit des Ankergrundes zu gering ist. Weitere mögliche Gründe: Die Setztiefe ist zu klein oder die Achs- und Randabstände sind zu gering.
  • Vollsteine: Baustoffe mit homogenem Gefüge, z. B. Vollziegel, Klinker, Leichtbeton.
  • Zugkraft: Für eine Befestigung mit dem Dübel ist diese Kraft am ungünstigsten (Deckenbefestigung). Die Zugkraft wirkt genau entgegen der Richtung, in die der Dübel gesetzt ist.

Quelle: selbst ist der Mann

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