Doppelstegplatten

Acrylglas: Stegplatten
Inhalt
  1. Doppelstegplatten aus Acrylglas oder Polycarbonat
  2. Eigenschaften von Hohlkammerplatten
  3. Unterkonstruktion für Stegplatten
  4. Hitzestau unter Doppelstegplatten vermeiden
  5. Richtige Montage der Acrylglas-Stegplatten

Doppelstegplatten aus Acrylglas eignen sich gut, um leichte Verglasungen im Über-Kopf-Bereich durchzuführen. Die Doppelstegplatten sind nicht nur leicht und äußerst lichtdurchlässig, sondern auch schlagzäh und wärmeisolierend. Doppelstegplatten aus Acrylglas können Sie leicht selbst verlegen – als Terrassenüberdachung, als Fensterersatz im Gartenhaus oder zur Ausfachung eines Gewächshauses! Hier erfahren Sie alles, was Sie über den vielseitigen Baustoff Stegplatte wissen sollten.

 

Doppelstegplatten aus Acrylglas oder Polycarbonat

Doppelstegplatten werden aus Kunststoff stranggepresst: Je nach verwendetem Material variieren die Eigenschaften des Endprodukts. Günstiger sind Stegplatten aus Polycarbonat (aka "Bastelglas"). Polycarbonat ist ein vergleichsweise bruchfestes und robustes Material. Der Kunststoff lässt sich von Heimwerkern mit üblichen Werkzeugen ohne Spezialkenntnisse verarbeiten: sägen, bohren und biegen von Doppelstegplatten aus Polycarbonat sind kein Problem. Hochwertiger sind Acrylglas-Stegplatten – bekannt und geschätzt für ihre Echtglas-Anmutung. Die Lichtausbeute unter Doppelstegplatten aus Acrylglas ist höher und dank spezieller Beschichtungen (No-Drop, HeatStop) ist so eine Hohlkammerplatte ideal als Fenster-Element für Wintergärten, Treibhäuser oder als Terrassenüberdachung.

Unabhängig vom verwendeten Rohmaterial ähneln sich die im Handel erhältlichen Hohlkammerplatten sehr (daher beim Kauf genau auf den verarbeitetn Rohstoff achten, der Preis ist ein relativ verlässlicher Indikator!). Im Format herrscht große Einigkeit: Bis auf wenige Ausnahmen sind Doppelstegplatten in den Breiten 980 mm und 1200 mm erhältlich. Für einfache Ausfachungen von (Bausatz-)Gewächshäusern genügen Hohlkammerplatten in den Dicken 6 mm und 10 mm. Für Überdachungen und Über-Kopf-Verglasungen sind Hohlkammerplatten von mindestens 16 mm Dicke zu wählen – besser sind 25 oder 32 mm Stärke.

 

Eigenschaften von Hohlkammerplatten

Durch die zum Teil doppelt geschichteten luftgefüllten Kammern besitzen Hohlkammerplatten vergleichsweise gute Wärmedämmwerte. Umso mehr Luft in den Kammern einer Stegplatte ist, umso besser ist ihre Wärmedämmung. Für eine Terrassenüberdachung ist die Wärmedämmung nicht von Belang, da die Seitenwände offen sind, wodurch ein ständiger Luftaustausch stattfindet. Lichtdurchlässigkeit und Lichtstreuung sind ebenfalls wichtige Faktoren. Durch vielfache Beschichtungen können die Stegplatten weiter verbessert werden und damit auf jeden Kundenwunsch und Anwendungsgebiet abgestimmt werden:

Doppelstegplatten für den Wintergarten

Wollen Sie mit Doppelstegplatten einen Wintergarten abtrennen, müssen diese vor allem zwei Eigenschaften vorweisen: Eine hohe Lichtdurchlässigkeit und eine gute Wärmedämmfähigkeit – schließlich soll es in dem (Wohn-)Raum ja angenehm warm und hell sein! Die Plexiglas Resist S4P z. B. verfügt über einen Transmissionsgrad von ca. 74 Prozent und als Stegvierfachplatte über einen k-Wert von 1,6 W/m2K – mehr Komfort geht kaum. Für hochwertige Wohn-Nutzungen sollten die verbauten Stegplatten außerdem hagelsicher sein, eine hohe Steifigkeit gegenüber Schneelasten aufweisen und ausreichend schlagzäh sein. Da Wintergarten-Dächer aus Stegplatten eine langfristige investition sind, sollte auch das Thema Witterungs- und Alterungsbeständigkeit bei der Wahl der Hohlkammerplatten bedacht werden.

Doppelstegplatten für das Gewächshaus

Im Gewächshaus sind Licht und Wärme gewünscht: Doppelstegplatten liefern beides bei vergleichsweise geringen Kosten. Eine außenliegende zusätzliche Verschattung können Sie sich sparen, wenn Sie Stegplatten mit eier HeatStop-Beschichtung (von Evonik) verbauen: Unter einem Dach aus HeatStop-Stegplatten heizt sich die Luft im Treibhaus um bis zu 60 % weniger auf als unter einer herkömmlichen, klaren Doppelverglasung, verspricht der Hersteller.
Ebenfalls praktisch für ambitionierte Hobbygärtner: die einseitig aufgebrachte, dauerhafte, wasserfilmbildende NoDrop-Beschichtung (ebenfalls Evonik). Eigentlich sollte die Beschichtung (dem Lotus-Effekt nicht unähnlich) dafür sorgen, dass Terrassen-, Eingangs- und Wintergartendächer auch bei Nebel, Tau und Regen sauber und klar bleiben:

  • Auf der beschichteten Oberfläche bilden sich keine Wassertropfen, sondern ein Wasserfilm, wodurch das gute optische Aussehen erhalten bleibt.
  • Der Wasserfilm läuft sofort gleichmäßig ab, die Platte trocknet schnell.
  • Wasserflecken, Rinnspuren, Schmutz und anhaftende Blätter werden vermieden.

Bei hohen Luftfeuchten, wie in Wintergärten mit viel Pflanzen oder Gewächshäusern, bietet sich an, die NoDrop-Seite nach unten/innen zu verlegen. Bei Kondensatanfall auf der Rauminnenseite wird dadurch Tropfenbildung/Tropfenfall vermieden und es bleibt im Raum heller.

Doppelstegplatten als Terrassenüberdachung

Unter dem Terrassendach ist vor allem Helligkeit und Witterungsschutz gefragt: Beides leisten Doppelstegplatten. Durch die Alltop-Veredelung und einen extrabreiten Stegabstand lassen die Hohlkammerplatten von Evonik selbst bei schlechtem Wetter 91 Prozent des Tageslichts hindurch. Die Platten haben eine glatte, porenfreie Oberfläche und sind brillant lichtdurchlässig. Die Beschichtung auf der besonders lichtdurchlässigen Oberfläche sorgt dafür, dass der Regen normalen Schmutz einfach abwäscht. Plexiglas-Stegplatten sind UV-durchlässig für das volle Spektrum der Sonnenstrahlen. Das verleiht Ihnen eine gesunde Urlaubsbräune und Ihren Pflanzen Farbenpracht und Wachstum. Praktisch: Die Platten gibt es in Längen von bis zu 7 Metern. Sie können die Platten verlegen, ohne sie quer zu unterstützen. Außerdem bringen sie nur ca. 5 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Waage. Das spart Kräfte beim Verlegen und ermöglicht Ihnen filigrane, aber trotzdem stabile Konstruktionen.

 

Unterkonstruktion für Stegplatten

Die tragende Unterkonstruktion muss nach den Regeln des Holz- bzw. Metallbaus ausgeführt werden. Sie muss so stabil und biegesteif sein, dass sie alle Schnee- und Windlasten aufnehmen und risikolos für die Stegplatten abtragen kann. Besonders bei Holzkonstruktionen sollten unbedingt nur verwindungsfreie Träger verwendet werden, wofür Holzleimbinder besser geeignet sind als Holzbalken. Praxistipp: Bei der Tragkonstruktion ist zu berücksichtigen, dass die Stegplatten so verlegt werden müssen, dass die Stegrichtung gleich der Gefällerichtung bzw. gleich der Wasserlaufrichtung ist.

Bei planen Überdachungen gewährleistet nur die ausreichende Dachneigung von mindestens 5 ° (entspricht 90 mm Gefälle auf 1 m Plattenlänge), dass das Regenwasser abfließt und die Verbindungen dicht sind. Querstöße vermeiden! Platten möglichst mit voller Dachlänge verwenden. Falls nicht möglich, ist die Unterkonstruktion so zu gestalten; dass zwei sich mit Abstand überlappende Dachteile entstehen. Meist wird vor dem Verlegen die vorbereitete Unterkonstruktion mit Lasuren oder Lacken behandelt. Damit die beim Trocknen entstehenden Dämpfe die Platten nicht angreifen, muss vor deren Montage die Unterkonstruktion einige Wochen ablüften.

 

Hitzestau unter Doppelstegplatten vermeiden

Sonnenstrahlung heizt dunkle Gegenstände auf. Befinden sich diese in Kontakt oder unmittelbarer Nähe von Verglasungen, kann stellenweise ein Hitzestau entstehen, der gefährliche Materialspannungen hervorruft. Hierdurch können sich in den Platten Rissschäden ergeben. Diese sind zu vermeiden, wenn die den Platten zugewandten Flächen etwas Abstand haben und dauerhaft weiß bzw. reflektierend angelegt werden, z. B. mit weißer lichtbeständiger Dispersionsfarbe (wasserverdünnbar, lösungsmittelarm, für Außenanwendung, z. B. Fassadenfarbe) oder Aluminiumfolie (z. B. durch Antackern auf Holz, Ankleben auf lackiertem Untergrund. Diese Vorbereitung der Oberseiten der Tragkonstruktion ist auch erforderlich für imprägniertes und sogar naturbelassenes helles Holz, wobei Alu-Folie auch schädliche Ausdünstungen des Holzes eindämmt. Naturfarbene Alu-Profile schließen Hitzestaus im allgemeinen aus. Sind sie farbig eloxiert, so muss die den Platten zugewandte Seite von der Eloxierschicht, z. B. durch Überschleifen, befreit werden, um wieder alufarbig strahlungsreflektierend zu wirken.

Wärmedämmmaterialien, Schaumstoffe u.ä. sind unmittelbar hinter sonnenbeschienenen Platten zu vermeiden, d. h. Platten z. B. nicht mit (auch weißem) Styropor, Holzverschalung usw. hinterfüttern. Innenschattierungen (Rollos, Jalousien, Stores usw.) müssen weiß bzw. reflektierend sowie plattenverträglich sein und sollten einen belüfteten Abstand von mindestens 120 mm zur Verglasung haben. Breite, kastenartig abgeschlossene Flächen unter/hinter den Platten sind zu vermeiden. Diese entstehen z. B. durch doppelte Anordnung von Blenden oder Dichtprofilen über der Pfette im Traufenbereich und können – sogar bei reflektierender/weißer Auskleidung – rissauslösenden Hitzestau ergeben! Deshalb Kasten vermeiden, d.h. nur ein Dichtprofil setzen.

Verlegeprofile, besonders deren obere sonnenbestrahlte Klemmschienen, sollen ebenfalls hell sein (naturfarbenes Aluminium, weißes Hart-PVC). Wird jedoch mit einem zusätzlichen, die Schrauben verdeckenden Deckprofil verlegt, kann dieses auch von dunkler Farbe sein, da es gemäß unseren Untersuchungen keinen übermäßigen, die Platten schädigenden Hitzestau auf das darunterliegende Klemmprofil überträgt. Kritisch sind nachdunkelnde Werkstoffe von auf die Verglasung reichenden Blenden, wie z. B. Kupfer. Keine breiten, schwarzen Gummideckleisten verwenden! Dichtprofile mit dunkler Farbe sind nur dann hinsichtlich Hitzestau ohne Risiko, wenn sie nicht breiter als 15 mm sind.

 

Richtige Montage der Acrylglas-Stegplatten

Während bei Innenanwendungen z. B. Raumteilern, abgehängten Decken usw., die Platten ohne Rücksicht auf die Stegrichtung auch waagerecht montiert werden können, sind sie bei Außenanwendung mit ihrer Stegrichtung immer in Gefälle-, d. h. Wasserlaufrichtung zu verlegen! Nur so kann Kondenswasser am unteren Plattenende austreten und Algen- und Moosbildung in den Platten-Hohlkammern vermieden werden. Für die Stirnseiten der Platten gilt für Außenanwendung die grundsätzliche Regel (auch für Dreieck-Zuschnitte): Unten so dicht wie nötig – oben so dicht wie möglich!

Dies bedeutet für unten liegende Stirnseiten, dass die Kammern gegen Eintritt von Schmutz, Wasser und Insekten weitgehend zu schützen sind, jedoch eine Belüftung der Hohlräume vorhanden sein muss und ein Austreten oder Verdunsten von Kondenswasser stattfinden kann! Sind die Platten an den Stirnseiten nicht in dafür geeignete Profilsysteme gefasst, ist die Maßnahme hierzu das Aufschieben eines Plattenprofils (von vorne, nicht seitlich!) nach Entfernen des jeweiligen werkseitig aufgebrachten Transportschutzes (z. B. Klebeband o. ä.).

Die Regel bedeutet für oben liegende Stirnseiten, dass die Kammern gegen Eintritt von Schmutz und Wasser zu verschließen sind und ein Luftdurchsatz möglichst vermieden wird. Maßnahmen hierzu:

  • a) entweder nur Aufschieben eines Plattenprofils
  • b) oder zusätzlich Umkleben der Stirnseite mit einem AIu-Klebeband. Hinweis: An der oberen Stirnseite kann das werkseitig als Transportschutz vorhandene Klebeband unter dem Plattenprofil verbleiben!
  • c) oder Aufschieben eines Plattenprofils und Zukleben dessen seitlicher Öffnungen mit AIu-Klebeband als optimale Kombination.

Bei geneigten Überdachungen müssen die Platten gegen Abrutschen gesichert werden. Dazu sind z. B. Alu-Abschlusswinkel an den Verlegeprofilen im Traufbereich anzubringen. Daran haben die Platten durch ihr Eigengewicht unten einen Fixpunkt, d. h. die Längendehnung wirkt sich nur am oberen Plattenrand aus und muss dort durch entsprechendes Dehnungsspiel aufgefangen und überdeckt werden. Dafür wird als Wandanschlussprofil WAND-PROFI eingesetzt, dessen Dichtlippe jeweils am Verlegeprofil ausgeklinkt wird.

Quelle: selbst ist der Mann

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