Kindersicher Wie Sie die eigenen vier Wände kindersicher machen

Die eigenen vier Wände kindersicher machen
Inhalt
  1. Was bedeutet kindersicher?
  2. Ab wann Wohnung kindersicher machen
  3. Wie Balkon oder Teich kindersicher machen

Wenn das erste Mal Nachwuchs ansteht, gibt es einige Dinge zu bedenken. Neben der Einrichtung des Kinderzimmers, der Anschaffung von Kinderwagen, Maxi Cosi und Co. müssen werdende Eltern außerdem daran denken, die eigenen vier Wände kindersicher zu machen. Babys bewegen sich zwar in der ersten Zeit kaum alleine, doch spätestens sobald das Krabbeln losgeht, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Da sich in Deutschland jährlich rund 300.000 Kinder im Haushalt verletzen, sollte Sicherheit immer vorgehen. Dazu müssen die folgenden Aspekte eingehalten werden, die für die ganze Wohnung, das Haus und auch den Garten gelten.

Ganz in Watte packen können Sie Ihr Kind nicht. Gerade Kleinkinder sind auf ihren Entdeckungstouren ungefeuer flink. Ihre Anatomie (ein im Vergleich zum Restkörper relativ schwerer Kopf) begünstigt leider den Verlust des Gleichgewichts und Stürze. Gerade Fenster sollten daher ständig gesichert sein. Gegen viele Gefahren im Haus gibt es gute, temporäre Lösungen. Wie Sie Ihre Wohnung kindersicher machen, verraten wir Ihnen hier.

 

Was bedeutet kindersicher?

Im Interview verrät unsere Expertin Dr. Susanne Woelk von der Aktion DAS SICHER HAUS, welche häuslichen Gefahren oft unterschätzt werden.

Welche Ziele verfolgt die Aktion DAS SICHERE HAUS?
Die Aktion DAS SICHERE HAUS informiert seit 1954 über Unfallgefahren in Heim und Freizeit. Das Ziel ist, die hohe Zahl von jährlich rund 5,6 Millionen Heim- und Freizeitunfällen zu senken.

Kindersicheres Haus

Gibt es typische Gefahrenquellen im Haushalt, die oft übersehen oder unterschätzt werden?
Stürze sind die mit Abstand häufigsten Unfälle im Haushalt. Tückische Sturz- und Stolperfallen sind zum Beispiel hochstehende Teppichkanten, lose auf dem Boden liegende Läufer oder Türschwellen. Schlechte Beleuchtung im Treppenhaus tut ein Übriges. Kleine Kinder sind vor allem durch ungesicherte Steckdosen, Haushaltschemikalien und heiße Flüssigkeiten, an denen sie sich verbrühen können, gefährdet.

Welche Gefahren lauern im Garten?
Im Garten lauern für Kinder drei wesentliche Gefahren: Fischteiche und andere Wasserstellen wie Plantschbecken oder Vogeltränke, Giftpflanzen und im Sommer das mit Spiritus beschleunigte Grillfeuer. Tückische Sturz- und Stolperfallen im Garten sind überlange Gartenschläuche, nasses Laub und kleine Treppen ohne Geländer.

Gibt es Tricks, wie Eltern Unfallgefahren entdecken und entschärfen können?
Drei Punkte sind mir besonders wichtig: Haushaltschemikalien gehören nicht unter die Spüle, weil Kinder dort leicht an sie herankommen. Zigaretten­kippen dürfen nicht in die Finger von Kindern gelangen. Der Filter hat eine so hohe Nikotin-Konzentration, dass Kinder daran sterben können. Beaufsichtigen Sie Ihr Kind in der Badewanne, prüfen Sie stets die Wassertemperatur.

Wichtiger ist jedoch, den Kindern die Gafahr zu erklären und sie schrittweise an den korrekten Umgang mit der Gefahr heranzuführen. Schließlich ist die Wohnung von Oma und Opa (oder die der Nachbarin) meist nicht kindersicher eingerichtet.

 

Ab wann Wohnung kindersicher machen

Je größer Babys werden, desto größer wird ihr Erkundungsradius. Bleiben Babys nach der geburt im Prinzip lückenlos unter Beobachtung ("Immer eine Hand am Kind"), erkunden sie spätestens, wenn sie Krabbeln lernen, ihre Umgebung auf eigene Faust. Mit dem Bewegungsradius Ihres Kindes sollten Sie auch Ihre Wohnung zunehmend kindersicher machen. Kindersicherungen für Steckdosen, Schränke und Regale (Umkippsicherung!), für Treppenabgänge werden zuerst erforderlich. Werden die Kinder größer, sollten Fenster, Schubladen und der herd vor neugierigen Kinderhänden gesichert werden. Später dann kann unter Umständen auch die Sicherung von Internet, iPhone und Fernseher nötig und sinnvoll sein!

  • Steckdosen: Elektrizität ist für uns alle gefährlich. Da Kleinkinder aber nicht wissen, dass von dieser eine Gefahr ausgeht, müssen diese davor geschützt werden. Zudem befinden sich Steckdosen in Bodennähe und somit können Kinder daran sehr schnell gelangen. Spezielle Aufsätze schützen vor gefährlichen Stromschlägen und müssen demnach angebracht werden.
  • Treppen: Zwar dauert es einige Monate bis Kleinkinder die ersten Schritte machen, doch sobald diese laufen können, muss jeder Winkel im eigenen Zuhause entdeckt werden. Dabei liegen Treppen auf dem Weg der kleinen Kinder und stellen große Gefahren dar. Daher sollten werdende Eltern an die Montage eines Treppenschutzgitters denken. Dieses wird an die vorhandene Treppe angepasst und kann wie eine Tür geöffnet und geschlossen werden. So werden Kleinkinder vor Treppenstürzen geschützt.
  • Medikamente: Da die meisten Menschen im eigenen Zuhause eine Sammlung an grundlegenden Medikamenten haben, sollten diese an einem Ort aufbewahrt werden, zu dem das Kind keinen Zugang hat. Am sichersten ist dabei wohl ein verschlossener Schrank.
  • Scharfe Kanten: In der ganzen Wohnung befinden sich diese. Damit das eigene Kind sich daran nicht verletzen kann, gilt es, an alle scharfen Ecken einen Schutz anzubringen.
  • Kabel, Schnüren und Kordel: Alle Elektrogeräte, die sich in der Wohnung befinden, weisen diese auf. Da auch Kabel, Schnüren und Kordel eine Gefahr für kleine Kinder darstellen, gilt es, diese von Kindern fernzuhalten.
  • Kindersicheres Haus
    Die Küche: Das Familienleben spielt sich häufig in der Küche ab. Dort ist es jedoch für Kleinkinder besonders gefährlich. Messer, hohe Temperaturen beim Kochen und Backen und die zahlreichen Elektrogeräte stellen ein hohes Risiko dar. Daher sollten werdende Eltern auch in der Küche entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Messer, Teller und Töpfe sollten nie in der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahrt werden. Elektrogeräte wie Wasserkocher, Kaffeemaschine und Fritteuse sind ebenfalls außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufzubewahren und anzuschließen. Beim Herd und dem Ofen gilt es, diese besonders zu sichern. Ein Herdschutzgitter und ein Backofenfenster-Schutz sind daher notwendig. Stehen Pfannen auf dem Herd sollte bei diesen außerdem darauf geachtet werden, dass deren Stiele nicht über dem Herd herausstehen. Fassen Kleinkinder an diese, kann das sehr gefährlich werden. Neben den Schutzmaßnahmen sollten Eltern schon recht früh damit beginnen, Kleinkinder auch einmal ins Kochen, Tisch decken etc. mit einzubeziehen. Wenn Kinder von Beginn an lernen damit umzugehen, passieren deutlich weniger Unfälle.
  • Putz- und Reinigungsmittel: Diese Mittel enthalten gefährliche Stoffe. Können Kinder an diese einfach gelangen, stellt das eine große Gefahr da. Dabei gilt also das gleiche wie bei den Medikamenten: Am sichersten ist auch bei diesen ein abschließbarer Schrank.

Kindersicher

 

Wie Balkon oder Teich kindersicher machen

Auf den balkon sollten Kleinkinder nicht ohne Beaufsichtigung. Bei (Miet-)Neubauten sind zumindest die Balkongeländer so ausgeführt, dass das Durchstecken des Kleinkind-Kopfes und das Aufsteigen (Klettern) am Geländer unmöglich ist. Bei Altbauten (oder Eigentum) kann das anders sein. Hier empfiehlt es sich zum Beispiel, eine Acrylglasplatte vir das Geländer zu schrauben: Sie gewährt DUrchblick nach unten (denn Kinder sind neugierig), verhindert mit ihrer glatten Oberfläche aber das Hochklettern!

Gartenteich
 

Kindersicherer Teich

Im Außenbereich sind der Straßenverkehr und Gewässer die größten Gefahren für Kleinkinder

Auch wenn all diese Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden, besteht immer noch ein gewisses Risiko für Kleinkinder. Eltern sollten daher offen mit den bestehenden Gefahren umgehen. Statt den eigenen Kindern alles zu verbieten, ist es wichtig, über die Gefahren zu sprechen. Da Verbote meist eh genau das Gegenteil bewirken – nämlich, dass die Gefahr noch anziehender wird für die Kinder – sollten diese vermieden werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten werdende Eltern jeden Raum im eigenen Zuhause nach Gefahren beurteilen und diese beseitigen. So schützt man den eigenen Nachwuchs bestmöglich vor Verletzungen!

Fotos: commons.wikimedia.org © Gage (CC BY-SA 3.0); flickr.com @ Brian Moloney (CC BY 2.0), Aktion DAS SICHERE HAUS

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