Chemischer Holzschutz

Reichen die dem Holz eigenen Widerstandskräfte gegen Schädlingsbefall nicht aus und bleibt das Holz trotz konstuktiver Schutzmaßnahmen regelmäßig feucht, sollten Sie mit chemischem Holzschutz dafür sorgen, dass das Holz im Garten nicht vorzeitig verrottet. Holzschutzmittel enthalten toxische Wirkstoffe, die gegen die verbreitetesten Holzschädlinge (Bläue, Fäulnis, Schimmel, Schwämme, ...) wirken. Der Sinn von chemischem Holzschutz ist, dem Befall durch holzzerstörende Organismen vorzubeugen oder den durch einen solchen Befall ausgelösten Zerfall aufzuhalten.

Im Innenbereich ist chemische Holzschutz kein Thema: Hier fehlt Holzschädlingen wie Schimmel und Bläue das Umfeld (feucht und warm), das sie zum Leben brauchen. Anders ist es im garten, wo das Holz dauerhaft Regen ausgesetzt ist. Der Heimwerker, der seine Terrasse selbst baut, den Carport schützen will oder einfach seiner Gartenbank vor Wind und Wetter schützen will, wird daher zwangsläufig auch über chemischen Holzschutz nachdenken müssen.

Viele Gartenbau-Hölzer kann man bereits vorbehandelt kaufen: Der chemische Holzschutz wird hier industrieell geleistet – tauch- oder kesseldruckimprägniert (=KDI) lauten hier die Schlagwörter. Dabei werden die Bretter, Bohlen und Leisten unter Hochdruck in ein biozidhaltiges Tauchbad gesteckt, sodass die wirkstoffhaltiege Lösung bis tief in die Holzstruktur eindringt und so über den gesamten Querschitt den Holzschutz gewährleistet.

 

Chemischer Holzschutz: Holzschutzmittel verarbeiten

Alternativ bleibt dem Heimwerker sein Gewerk selbst vor Bläue, Fäulnis & Co. zu schützen. Ein Anstrich mit Holzschutzmitteln ist dafür die gängigste Lösung. Die biozidhaltige Lasur wird einfach mit dem Pinsel aufgetragen und vom Holz aufgesogen – so drinkt das Holzschutzmittel mehrere Milimeter tief ins Holz ein.

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Holzschutzmittel sind in ganz Europa als Wirkstoffzubereitungen definiert, „die dazu bestimmt sind, einen Befall von Holz(werkstoffen) durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen zu verhindern oder einen solchen Befall zu bekämpfen“. Alle anderen Anstriche ohne biozide Inhaltsstoffe (Wirkstoffe gegen Pilze und/oder Insekten) zählen nicht zu den Holzschutzmitteln. Auch „2 in 1“-Lasuren enthalten pilz-/insektentötenden Stoffe (blaue Punkte). Sie wirken bis in 10 mm Tiefe (vgl. Bild oben).

Wegen der toxischen Inhaltsstoffe sollte man Holzschutzmittel sparsam einsetzen: Das heißt nur solche Hölzer mit chemischem Holzschutz versehen, die nicht anders vor der Witterung geschützt werden können und die bioziden Lasuren so sparsam wie möglich verwenden. Ideal ist es, Grundierungen mit chemischem Holzschutz zu verarbeiten und die betreffenden Holzoberflächen dann mit biozigfreier Dickschichtlasur oder Holzlacken zu versiegeln. So kann Regen die Wirkstoffe nicht ausspülen und der Hautkontakt ist ausgeschlossen!

Praxistipp: Gartenholz, das mit Holzschutzmitteln imprägniert wurde, muss in speziellen Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden, die nach Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) dafür zugelassen werden. Imprägniertes Holz also nicht einfach im Gartenfeuer verfeuern.

Quelle: selbst ist der Mann

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