Bunte Wände an nur einem Wochenende

Inhalt
  1. Die Psychologie der Farben
  2. Farben und Lasuren: Einfache Verarbeitung
  3. Die Theorie der Farbenlehre
  4. Der Farbkreis
  5. Warme Farben, kalte Farben
  6. Kombinationen von Farben

Traditionelle Wandmaltechniken erleben zur Zeit eine neue Blüte – moderne Farbsysteme machen es möglich. Wir zeigen, wie auch Sie Ihren Räumen zur individuellen Note verhelfen können – an nur einem Wochenende!

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Dass weiße Wände nicht das Nonplusultra der kreativen Raumgestaltung sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Geschickt eingesetzt, können Farben triste Ecken aufhellen, kleine Räume größer erscheinen lassen, lange unbehagliche Flure unterteilen, kurz: Sie erhöhen das Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden. Sie machen Wohnungen individueller und gemütlicher und das relativ preiswert. Um die verschiedenen Maltechniken einzusetzen, braucht man weder Profi noch Künstler zu sein, nur etwas Geduld und Geschick sollte man mitbringen.

 

Die Psychologie der Farben

Unabhängig von Mode und Vorlieben besitzen Farben eine psychologische Wirkung. Für das Schlafzimmer wählen die meisten instinktiv kühle, beruhigende Farben, ein Esszimmer darf dagegen etwas anregend bunter sein. Wie stark Farbe einen Raum verwandeln kann, sehen Sie an unserem Beispiel deutlich.

Der kühle, fliederfarbene Raum ...

Das Zimmer war zuerst in einem kühlen, zarten Fliederton gestrichen, um der etwas dunklen Ecke lichten Raum zu geben. Tatsächlich aber wirkte die Farbe leblos.

... wird in Ockergelb opt. wärmer.

Die Umgestaltung mit einem warmen ockergelben Ton, der in einer unregelmäßigen Struktur aufgebracht wurde, lässt das Zimmer weitaus lebendiger erscheinen.

Wie Sie Ihre Wände schnell und einfach verändern, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt hier:

  • Zarte Streifen zaubern Sie mit der Wischtechnik an ihre Zimmerwand.
  • Kräftige Muster betonen die Fläche durch die Wickeltechnik.
  • Weiche Konturen bringen Sie mit der Stupftechnik auf die Tapete.
  • Und unregelmäßige Spuren hinterlässt die Folientechnik.
 

Farben und Lasuren: Einfache Verarbeitung

Farben, Lasuren und Effektmalmittel, die der Handel bereithält, sind mit ein wenig Übung leicht zu verarbeiten. Wer Spaß an noch individuellerer Gestaltung hat, mischt sich seine Farben selbst. Zu diesem Zweck gibt es neben industriell gefertigten Farbkonzentraten in Tuben auch Pigmente in Pulverform, die einen ganz besonders lebendigen Anstrich versprechen.
Wie sie Lasuren aus Pigmentfarben selbst herstellen, sehen Sie in unserem
Praxis-Tipp: Lasuren aus Pigmentfarben selbst herstellen

Auch die Werkzeuge wurden dem modernen Gebrauch angepasst: Wem die Wickeltechnik mit einem Lappen zu mühsam ist, der findet in den Regalen der Baumärkte genügend Alternativen, um etwa mit einer Spezialrolle einen ähnlichen Effekt herzustellen.

Doch bevor Sie loslegen, prüfen Sie den Untergrund, der bemalt werden soll. Auf einem abblätternden Putz ist die schönste Effektmalerei vergebene Mühe. Die Wand sollte trocken, sauber und staubfrei sein. Viele Effekte wie die Wisch- oder Schwammstupftechnik können jedoch auch ohne Probleme auf Raufaser ausgeführt werden. Möchten Sie eine Maltechnik auf glatter Wand ausführen und dabei einen Untergrund benutzen, der wieder entfernt werden kann, ist Vliesfaser-Tapete geeignet. Sie lässt sich bei einer späteren Renovierung trocken abziehen. Unsere orangefarbene Wand in Schwammstupftechnik wurde darauf gefertigt.

Was Sie bei der Vorbereitung für kreative Maltechniken beachten sollten, erfahren Sie in unserem Praxis-Tipp: Kreative Maltechniken erfordern Zeit und Ruhe

 

Die Theorie der Farbenlehre

Mit Farbe kann man einem Raum schnell und preiswert ein neues Gesicht geben. Aber die Vielfalt an Farben erschwert oftmals den Umgang mit ihnen. Die Farbenlehre kann dabei als nützliches Ordnungssystem helfen. Nachfolgend werden die Grundregeln erläutert.

 

Der Farbkreis

Farbkreis

Die Basis der Farbenlehre bildet der Farbkreis. Er besteht aus den drei Grund- bzw. Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Primärfarben lassen sich nicht durch Mischungen anderer Farben herstellen.

Die Farben zweiter Ordnung nennt man Sekundärfarben, sie entstehen durch das Mischen von zwei Primärfarben: Diese sechs Farben bilden die Basis für die Entstehung der unendlichen Farbnuancen, die man immer weiter untereinander mischen kann.

Bei den vielen Farbvariationen spielen Schwarz und Weiß eine wichtige Rolle. Die hellen Farbtöne entstehen durch Zugabe und Mischen von Weiß, dunkle Farbtöne erzielt man durch Mischen mit Schwarz.

Beispiel: Rot mit Weiß ergibt Rosa, mit Schwarz entsteht ein dunkles Burgunderrot. In der Raumgebung erzeugen dunklere Farben eher eine gemütliche, helle Farben eine offene und leichte Farbstimmung. Daneben haben helle Farben die Eigenschaft, Räume optisch zu vergrößern, dunklere Töne lassen Räume kleiner erscheinen.

 

Warme Farben, kalte Farben

In der Farbenlehre unterscheidet man warme und kalte Farben. Auf den Farbkreis bezogen sind Rot, Orange, Gelb warme und Grün, Blau, Violett kalte Töne. So kann man einem Raum durch die Wahl der Farben einen warmen oder kühlen Charakter geben. Warme Farben haben zusätzlich die Eigenschaft mehr Nähe zu vermitteln, sie wirken aktiver und lebendiger. Kalte Farben schaffen Distanz und wirken ruhiger und ausgeglichener.

 

Kombinationen von Farben

Farbenverlauf

Die Farbenlehre bietet ein hilfreiches Instrumentarium bei der Zusammenstellung von Farben. Die Farben, die sich im Farbkreis gebenüberliegen, eignen sich sehr gut, wenn man Farben im Raum miteinander kombinieren möchte. Man nennt diese Farbenpaare Komplementärfarben oder Ergänzungsfarben:

Diese Farbenpaare ergänzen sich optimal, da beide Farben voll zur Geltung kommen und sich gegenseitig in ihrer Ausdruckskraft unterstützen. Bei Farbgestaltungen ist es generell empfehlenswert, sowohl warme wie kalte Farben zu wählen. Neben den Komplementärfarben kann man gut Gelb- und Blautöne oder Grün- und Orangetöne kombinieren. Solche Farbkompositionen erzeugen eine angenehme harmonische Spannung.

Quelle: selbst ist der Mann

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