Bodenverbesserung

Bodenverbesserung
Ist der Boden zu sandig oder zu lehmig, können Sie etwas dagegen tun. Foto: Lourens Smak / Alamy
Inhalt
  1. Lehmiger Boden – sandiger Boden
  2. Boden bestimmen
  3. Bodenverbesserung mit Bodenhilfsstoffen 
  4. Mehr Nährstoffe dank Kompost & Humus
  5. Tipp: Flächenkompostierung
  6. Bodenverbesserung in 4 Schritten
  7. Pflanzenstärkungsmittel
  8. Pilzbefall vorbeugen

Ein guter Mutterboden ist unerlässlich, wenn Sie starke, widerstandfähige Pflanzen in Ihrem Garten haben wollen. Vorbeugen ist hierbei besser als Heilen: Stärkungsmittel machen Pflanzen fit gegen Krankheiten, Bodenhilfsstoffe wie Bentonit oder Urgesteinsmehl werden eingesetzt, wenn der Boden zu sandig oder zu lehmig ist und Kompost und Humus sorgen für ausreichend Nährstoffe. Wir geben nützliche Tipps zur Bodenverbesserung.

 

Lehmiger Boden – sandiger Boden

Es gibt Böden, die kein Wasser speichern, und es gibt Böden, die bei feuchtem Wetter ständig unter den Schuhen kleben bleiben. Diese Eigenschaften hängen von der Zusammensetzung des Bodens ab: Ein sandiger Boden ist luftig und lässt sich problemlos bearbeiten, er speichert aber kaum Nährstoffe, und das Wasser versickert schnell. Sie müssen ständig gießen und düngen, damit die Pflanzen nicht vor sich hin mickern. Schwere Böden mit hohem Lehmanteil sind ideale Wasserspeicher, verdichten aber schnell und werden bei Trockenheit hart wie Beton. Das beeinträchtigt die Durchlüftung, die Pflanzenwurzeln bekommen kaum noch Luft. Eine Mischung aus Lehm und Sand ist für Pflanzen ideal. 

 

Boden bestimmen

Was Sie mit Ihrem Boden tun, um ihn zu verbessern, hängt stark von seinem Lehm- und Sandanteil ab, den Sie leicht analysieren können: Versuchen Sie, aus frischer Erde ein Würstchen zu kneten.

Sandboden

Bei einem Sandboden wird Ihnen das nicht gelingen.

 

 

 

 

LehmbodenLehmboden gibt ein festes Würstchen.

 

 

 

 

Backt die Erde hingegen als leicht bröseliger Klumpen zusammen, haben Sie lehmigen Sand.

Gartenpflege
 

Bodenprobe: pH-Wert

Die Pflanzen im Garten wachsen nur schlecht? Dann überprüfen Sie den pH-Wert Ihres Bodens

 

Bodenverbesserung mit Bodenhilfsstoffen 

Ihren Boden können Sie nicht austauschen, aber einiges dafür tun, um ihn zu verbessern. Bodenhilfsstoffe peppen den Boden für die Pflanzen auf, sie sind entweder mineralisch oder enthalten Dauerhumus. Sie werden auf den Boden gestreut oder mit einem Streuwagen verteilt. Sie ersetzen aber nicht die Düngung! Sie verbessern lediglich die Verwertbarkeit von Düngern und schützen die Nährstoffe vor Auswaschung, so dass sie für die Pflanzen wie eine Nährstoff-Spardose wirken.

Bentonit: Es besteht aus Tonmineralien und ist zum Verbessern von Sandböden gedacht. Es bindet Wasser und speichert Nährstoffe für die Pflanzen. Die kleinen Partikel werden zudem von Mikroorganismen mit Humus zu Ton-Humus-Komplexen verklebt, die für eine lockere Bodenstruktur sorgen. Bentonit wird leicht in den Boden eingearbeitet, meist zur Pflanzzeit im Herbst oder Frühjahr.

Steinmehl: Es ist für sandige Böden geeignet und hat zwar keine Düngerwirkung, sorgt aber dafür, dass Nährstoffe und auch Wasser im Boden festgehalten werden. Steinmehl am besten bei Windstille auf den Boden streuen und gleichmäßig einharken.

Urgesteinsmehl: Das fein zermahlene Vulkangestein verleiht besonders Lehmböden eine gute Struktur. Dazu wird es einfach auf den Boden gestreut und sickert mit dem Regenwasser tiefer, wo es feine Kapillaren zur Belüftung bildet. Gesteinsmehle sind auch gute Zusatzstoffe für den Kompost und binden lästige Gerüche von Pflanzenjauchen.

Gründüngung: Wenn Sie ein Beet länger nicht bewirtschaften, sät man Bienenweiden (Phacelia), Senf oder Lupinen aus – nur um sie Wochen später wieder unterzugraben. Der Clou ist, dass die Pflanzen jedem Boden Nährstoffe liefern. Auch bei verdichteten Böden lässt man die Pflanzen für sich arbeiten, denn die Wurzeln wachsen tief in die Erde und lockern sie dadurch.

Sand: Er wird bei verdichtetem Boden eingesetzt, weil er diesen lockert und so die Wasserleitfähigkeit verbessert. Am besten eignet sich dazu feinkörniger Bausand. Nehmen Sie sich nicht gleich den ganzen Garten vor, sondern bearbeiten Sie Beet für Beet. Eventuell Motorhacke leihen.

 

Mehr Nährstoffe dank Kompost & Humus

Vom Regenwurm bis zu Mikroorganismen – die Bodenbewohner lockern beim Durchwühlen das Erdreich und machen aus eingebrachter organischer Masse wertvollen Humus, der Wasser gut speichern kann und gleichzeitig den Nährstoffgehalt des Bodens erhöht. Ernteabfälle und Ähnliches sind für die Mikroorganismen im Boden ein Festmahl. Nur frische Substanz kann schnell verarbeitet werden. Schon Verrottetes wie Kompost bleibt als Dauerhumus im Boden – und sorgt für eine gute Belüftung. Dauerhumus bildet in Sand- und Lehmböden gleichermaßen das Grundgerüst für eine nachhaltig gute Bodenstruktur, da das Material bereits einen Rotteprozess durchlaufen hat und von Mikroorganismen in Ruhe gelassen wird.

Humuspräparate zur Bodenverbesserung sind im Grunde konzentrierter Kompost und eine Alternative, wenn der eigene Kompost nicht reicht. In den Präparaten stecken z. B. kompostierter Tierdung, aber auch fossile Ausgangsstoffe wie Braunkohlefasern. Schnellkomposter werden auf die einzelnen Schichten im Kompost gestreut und beschleunigen die Rotte im Komposthaufen deutlich, so dass Sie schneller Nachschub bekommen. Nach der Zugabe sollte der Kompost nicht austrocknen. Übrigens: Kompost sollten Sie nur gemischt mit Pflanzerde verwenden.

 

Tipp: Flächenkompostierung

Fallen im Herbst ganze Laubberge an, ist der Kompost schnell überfordert. Sie können das Laub aber einfach liegen lassen - und zwar auf leeren Beeten, zwischen Stauden und unter Büschen! Bedecken Sie es mit etwas Erde, damit der Wind es nicht verwehen kann. Etwas Schnellkomposter dazu geben und das Laub wird bald zu Humus. Wichtig: Arbeiten Sie kein Stroh ein, denn das wird so schnell von den Mikroorganismen zersetzt, dass diese sich extrem vermehren. Die Folge: Sie nehmen den Pflanzen Stickstoff aus dem Boden weg, bis Mangelsymptome auftreten können.

Sie können sich im Handel auch sogenannte Wurzelaktivatoren zulegen. Sie sind mit Phosphor und Silikaten angereichert und sorgen für die Neubildung von Wurzeln und für ein kräftiges Wurzelsystem. Einige käufliche Bodenhilfsstoffe (z. B. Myko-Aktiv von Cuxin) enthalten spezielle Mykorrhiza-Pilze, die um die Wurzeln herum wachsen und so deren Oberfläche vergrößern. Damit stecken die Pflanzen Trockenperioden besser weg, was sich vor allem bei Sandböden bezahlt macht.

 

Bodenverbesserung in 4 Schritten

  • Die beste Zeit für die Bodenverbesserung ist vor dem Bepflanzen der Beete. Mit einer Harke oder einem Spaten den Boden lockern und Wurzelunkräuter entfernen.
  • Jetzt geben Sie die gut verrottete organische Masse auf den Boden und je nach Bodenart noch Sand (bei Lehmboden) oder Steinmehl (bei Sandboden) dazu. Boden flach umgraben. Tiefes Umgraben würde die Bodenorganismen ersticken.
  • Danach harken Sie das Beet glatt und entfernen gleichzeitig Wurzeln, Steine und Fremdkörper.
  • Anschließend können Sie Ihre Saatrillen markieren oder Stauden pflanzen – je nach Aufgabe des Beetes. Tipp: Bearbeiten Sie einen schweren Boden am besten frühmorgens, bevor die Sonne ihn allzu hart werden lässt.

Gartenpflege
 

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Mit Bodenbearbeitung machen Sie Boden gut – mit welcher verrät das Grundwissen

 

Pflanzenstärkungsmittel

Pflanzenstärkungsmittel, Algenextrakte und auch homöopathische Mittel sollen den Boden verbessern und so die Widerstandskraft der Pflanzen erhöhen, ihren Stoffwechsel anregen und sie so gegen Mehltau, Rost und Co. wappnen. Auf Schaderreger selbst haben die Mittel keine direkte Wirkung, weshalb sie ausschließlich vorbeugend gespritzt werden müssen. Die meisten Pflanzenstärkungsmittel enthalten zwar auch Nährstoffe, aber viel zu wenig, um als reinrassige Dünger zu gelten. Daher müssen die Hersteller die Produkte auch nur als solche bei der Biologischen Bundesanstalt anmelden, die sie dann in einer Liste führt. Aufwendige Zulassungsverfahren wie bei Pflanzenschutzmitteln entfallen, damit aber auch die Wirkungsgarantie der Hersteller.

Das Ergebnis ist nicht wie bei Pflanzenschutzmitteln unmittelbar zu sehen, im direkten Vergleich sind behandelte Pflanzen aber vitaler. Für Präparate gegen Pilzkrankheiten spricht auch, dass sie im biologischen Anbau schon so weit erprobt sind, dass man von einer deutlichen befallsmindernden Wirkung sprechen kann. Am besten selber testen! 

 

Pilzbefall vorbeugen

Ein Pilzbefall-Risiko kann man mit Mitteln wie Pilz-Vorsorge Lentus oder Neudo-Vital Rosen-Pilzschutz senken. Die enthaltenen Fettsäuren erhöhen die mechanische Widerstandskraft der Zellwände, sodass eindringenden Pilzsporen ordentlich Paroli geboten wird. Bei einem akuten Befall sind die Mittel dagegen völlig machtlos! Spritzen Sie die Pflanzen sofort nach dem Austrieb oder Kulturbeginn alle zwei Wochen tropfnass, und wiederholen Sie die Behandlung mit dem Drucksprüher nach einem Regenguss. Für alle Stärkungsmittel gilt: Sie müssen keine Wartezeiten beachten. Tipp: Schachtelhalm- und andere Pflanzenextrakte sowie getrocknete Brennnesseln wirken genauso wie die bekannten Pflanzenjauchen und sind vor allem für diejenigen interessant, denen das Ansetzen der Jauchen zu aufwendig ist oder denen die Zutaten dafür fehlen.

Foto: Lourens Smak / Alamy, Viktor Pravdica / Alamy

Quelle: selbst ist der Mann

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