Blumen gießen

Blumen im Staudenbeet oder im Balkonkasten, aber auch Kübelpflanzen brauchen unsere Hilfe, um ausreichend Wasser zum Wachsen zu erhalten. Die kleinen Oberflächen und Volumina der Pflanzgefäße bieten in der Regel keinen ausreichend großen Speicher für anfallendes Regenwasser. Daher müssen Sie hier regelmäßig Ihre Blumen gießen.

Doch wann sollte man seine Blumen gießen? Wann ist der beste Zeitpunkt zum Wässern von Beet-, Balkon- und Kübelpflanzen, fragen sich viele Gartenbesitzer. Spätestens, wenn die Blätter schlapp herunter hängen! Damit signalisiert die Pflanze akuten Wassermangel, der zügig aufgefüllt werden sollte. Pflanzen mit sehr vielen kleinen Blätter oder solche mit großen, weichen Blättern verdunsten über die Blattoberfläche viel Wasser und müssen daher an heißen Tagen kontrolliert und ggf. auch zwischen den üblichen Gießzeiten gewässert werden. Andere Pflanzen wie z. B. Sedum-Arten können ihre dicken, fleischigen Blätter gut als Wasserspeicher nutzen und überstehen auch Trockenperioden problemlos.

Gerade für Zimmer- und Balkonpflanzen sind im Handel auch Gießanzeiger erhältlich, die über ein Farbfeld signalisieren, ob der das Pflanzsubstrat zu nass oder zu trocken ist. Beim "Seramis-Outdoor Gießanzeiger" z. B. färbt sich das Sichtfenster blau, wenn der Wurzelballen ausreichend feucht ist. Bei Trockenheit verfärbt es sich rot. Gießanzeiger funktionieren allerdings meist stark zeitverzögert und nur in dichten Erdballen gut. Für das Freilandbeet bieten viele Hersteller von Bewässerungssystemen auch passende Erdfeuchtemesser an, die den Gießbedarf Ihrer Pflanzen erfassen.

 

Blumen gießen: morgens oder abends?

Wann ist die beste Tageszeit zum Blumengießen? Zu welcher Uhrzeit profitieren Ihre Blumen am meisten von der Bewässerung? Und wann ist für Sie als Blumenfreund und Gärtner das Blumen gießen am sinnvollsten? Im Frühjahr und Herbst ist der Zeitpunkt egal – außerdem fällt in diesen Jahreszeiten ohnehin ausreichend Niederschlag, dass Sie Ihre Pflanzen nur selten zusätzlich wässern müssen. In den warmen Sommermonaten jedoch ist der frühe Morgen (5-7 Uhr) die beste Zeit, um die Blumen zu gießen. Jetzt ist die Temperatur von Luft und Boden noch niedrig, sodass nur wenig Gießwasser verdunsten kann, ehe, die Pflanze es über die Wurzeln aufgenommen hat. Auch verträgt die Pflanze nun das Gießwasser am besten: Kaltes Leitungswasser aus dem Gartenschlauch zur Mittagszeit schockt durch die hohe Temperaturdifferenz viele Pflanzen – manche reagieren sogar reagieren mit Gewebeschäden darauf!

Auf die Frage "Wie oft Blumen gießen" lautet die einfach Faustregel: Lieber einmal gründlich als häufig. aber nur oberflächlich wässern! Verwöhnen Sie Ihre Beet-Pflanzen nicht mit ständigen kleinen Schlucken, sondern führen Sie die Bewässerung lieber seltener, dafür aber intensiv durch. So bildet die Pflanze längerer Wurzeln, die tiefer in den Boden reichen und die Pflanze bei Trockenheit versorgen. Während längerer Abwesenheiten wie im Urlaub übernehmen automatische Bewässerungssysteme das Blumengießen für Sie. Der Bewässerungscomputer regelt Gießzeiten und Wassermenge nach voreingestellten Intervallen oder bedarfsabhängig (über Sensoren). Weniger technische Alternativen zum Blumengießen im Urlaub zeigt die Bildergalerie oben oder dieses Video.

 
 

Wie viel Wasser zum Blumen gießen verwenden?

Natürlich kann man nicht ganz genau sagen, wieviel Wasser der Garten braucht, denn das hängt von sehr vielen Faktoren (Bodenbeschaffenheit, Besonnungsdauer, Nutzungsgrad, Art der Befplanzung, ...) ab. Als Faustzahl für ein Staudenbeet gilt, dass es etwa 20 Liter pro Quadratmeter und Woche Wasser braucht. Sträucher und Bäume kommen mit weniger aus.

Um den Wasserbedarf von Gemüse abzuschätzen, reicht oft ein Blick auf die Blätter. Haben die Pflanzen wie z. B. Gurken große und weiche Blätter oder wie Tomaten unzählige weiche Fiederblätter, ist ihr Durst groß. Die Gartenbewässerung muss hier gut geplant sein! Aber auch die Wurzeltiefe beeinflusst das Gießen. Kopfsalat wurzelt flach und hat auch noch große Blätter – er ist wie auch Endiviensalat oder Petersilie durstig. Spargel, Rote Bete, Erbsen oder Pastinaken wurzeln dagegen tief und können somit auch Wasser aus tiefen Erdschichten des Gemüsegartens nutzen und kommen daher auch längere Zeit ohne Gießen aus.

Im Balkonkasten und im Pflanzkübel ist wasserspeicherndes Erdreich Mangelware – entsprechend regelmäßig müssen Sie hier Ihre Blumen gießen: Wässern Sie so lange, bis das Wasser an der Unterseite der Gefäße aus den Ablauflöchern quillt – so kann sich das komplette Pflanzsubstrat mit Wasser vollsaugen. Besonders bei Kübelpflanzen mit verfilztem Wurzelballen dauert es lange, bis das Gießswasser bis zu den Wurzeln vordringt. Praxistipp: Graben Sie Schwämme als Wasserspeicher ein! Wenn Sie schon beim Eintopfen einen Schwamm oder Schwammstückchen als Wasserspeicher unter die Erde mischen, verlängert das die Gießintervalle deutlich.

 

Tipps zum Blumen gießen

  • Nicht über die Blätter gießen, denn besonders Rosen reagieren darauf mit Mehltau oder Sternrußtau.
  • Ändern Sie die Gießrichtung: Im "Gießschatten" großer Pflanzen kommen andere Beetpflanzen sonst zu kurz.
  • Leiber zur Hacke greifen als zum Gartenschlauch: Eine alte Gärtner-Regel besagt, dass einmal Hacken mindestens zwei Wassergaben einspart. Beim Hacken werden Kapillargefäße im Boden zerstört, über die sonst Erdfeuchte verdunstet.
  • Mulchen Sie ihre Beete: Streuen Sie Rindenhäcksel etwa 5 cm dick zwischen Ihre Sommerblumen, Stauden und Sträucher.

Womit sollte man Blumen gießen?

Ganz klar: Regenwasser ist für die Pflanzen ideal und fällt dazu noch kostenlos vom Himmel. Regentonnen sind günstig und schnell aufgestellt. Für große Gärten sollten Sie mehrere Tonnen einplanen, sonst drohen in trockenen Sommern Nachschub-Engpässe. Größere Mengen Regenwasser können Sie in unterirdischen Zisternen speichern. Mit einer Tauchpumpe und angeschlossenem Gartenschlauch bewässern Sie Ihren Garten dann bequem mit kostenlosem Regenwasser!

Ebenfalls immer verfügbar und an sich kostenlos ist Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen. Allerdings ist der technische Aufwand für einen Brunnen sehr hoch und teuer, auch wenn es eine einmalige Investition ist. Manchmal liegt der Grundwasserspiegel zu niedrig, als dass sich das Tiefenwasser wirtschaftlich nutzen ließe. Brunnenbohrungen sind teuer und erfordern eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde. Brunnenwasser kann regional mit Nitrat belastet sein, es ist kein Trinkwasser!

Leitungswasser schließlich ist die letzte Wahl, um seine Blumen im Garten oder auf dem Balkon zu gießen. Zwar ist es immer verfügbar und erfordert keinerlei Sammelbehälter, doch ist das kostbare Trinkwasser vergleichsweise teuer und oft auch kalkhaltig, was nicht alle Pflanzen vertragen. Die Ausnahme: Oleander liebt Kalk im Gießwasser. Zusätzlich fallen noch hohe Abwassergebühren an, obwohl das Wasser ja versickert und nicht die Kanalisation belastet – pure Verschwendung!

Zum Gießen von Zimmerpflanzen und Topfpflanzen auf Balkon und Terrasse eignen sich auch abgestandenes Mineralwasser (wenn nicht mehr zum Verzehr gedacht), in geringen Dosen auch Kaffee- und Tee-Reste (ohne Milch und Zucker) oder abgekühltes (!) Kartoffelwasser (sofern ungesalzen).

NICHT zum Gießen von Zimmer- und Balkonpflanzen geeignet sind Chlorwasser aus dem Pool, Aquariumwasser oder auch Kondenswasser aus dem Trockner (Waschmittelrückstände! Besser als destilliertes Wasser im Dampfbügeleisen zweitverwerten!). Auf dem Rasen, entlang der Hecke oder im brach liegenden Beet können Sie solches Grau-Wasser stattdessen versickern.

Fotos: Seramis, Gardena, Max bahr, Graf, Bildergalerie wie Hersteller

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Quelle: selbst ist der Mann

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