Baumhaus

Baumhaus bauen
Inhalt
  1. Baumhaus: Rechtsstreit vermeiden
  2. Welche Bäume sich eignen
  3. Vorbereitungen für den Bau
  4. Die Plattform
  5. Wände und Gerüst des Baumhauses
  6. Das Dach vom Baumhaus

Für viele Kinder gibt es kaum etwas aufregenderes, als ein eigenes Baumhaus im Garten zu haben. Oftmals sind diese der zentrale Ort für die Spielwelt und bereits das Zusammenarbeiten daran mit der Familie kann viel Spaß machen. Doch damit das Spielen später für den Nachwuchs keine Gefahr darstellt, ist es wichtig, dass die Umsetzung sorgfältig und mit einem guten Plan erfolgt. Wie ein entsprechendes Baumhaus entsteht und worauf zu achten ist, folgt in dieser Anleitung. 

 

Baumhaus: Rechtsstreit vermeiden

Auch Baumhäuser können Grenzabstände verletzen: Manche Grundbesitzer neigen dazu, von ihnen selbst auf die Schnelle errichtete "fliegende" Bauten nicht so ganz ernst zu nehmen. Nach dem Motto "Das kann doch niemanden wirklich stören!" fragen sie gar nicht erst nach, wenn sie im eigenen Garten Schuppen, Baumhäuser oder Pavillons aufstellen. Das kann sich nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS rächen – zum Beispiel dann, wenn das Provisorium zu nahe am Grundstück des Nachbarn liegt (Landgericht Dortmund, Aktenzeichen 1 S 109/06). Der Fall: Auslöser eines derartigen Rechtsstreits in Nordrhein-Westfalen war ein Baumhaus. Es war im Garten zwischen zwei Fichten, auf einer Höhe von knapp zweieinhalb Metern, errichtet worden. Niemand hatte die Absicht, dauerhaft darin zu wohnen. Das wäre auch gar nicht möglich gewesen, weil der Bau dazu nicht solide genug war. Trotzdem störte sich der Nachbar an dieser "luftigen" Immobilie. Der landesrechtlich vorgeschriebene Grenzabstand sei klar verletzt worden, weil er lediglich 20 Zentimeter zum anderen Grundstück betrage.

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Wenn Sie diese Regeln zu den Abstandsflächen einhalten, steht dem Bau eines Baumhauses aber nichts im Weg. Das Urteil: Zunächst einmal befasste sich die zuständige Zivilkammer mit der Frage, ob es sich bei einem Baumhaus überhaupt um ein "Gebäude" im Sinne des Nachbarschaftsrechts handle. Das sei nicht der Fall, befanden die Juristen nach eingehender Prüfung. Dem Erbauer half das nichts, denn statt dessen wurde das Baumhaus als eine "sonstige Anlage" deklariert – und für die gilt ebenfalls der Grenzabstand. Das mit viel Eifer errichtete Provisorium musste auf Anweisung des Gerichts wieder abgerissen werden.

 

Welche Bäume sich eignen

Generell gilt: nur gesunde und tragfähige Bäume eignen sich für ein Baumhaus. Es gibt Baumarten, die besonders stabil sind und daher eine gute Grundlage bilden: Buchen, Fichten, Linden, Tannen, Apfel- und Birnbäume sowie Eichen. Zwei oder mehr kräftige Äste auf etwa gleicher Höhe sind eine optimale Voraussetzung, damit die Konstruktion stabil wird. Manche Bäume haben auch drei Stämme und eignen sich natürlich auch, um darin ein Baumhaus zu bauen. Nur zu hoch sollte die Plattform in keinem Fall angesetzt werden, damit die Verletzungsgefahr verringert wird und die Kinder im Notfall auch schnell von den Eltern erreicht werden können. Die Baumstammdicke sollte auf Höhe des Baumhauses nicht weniger als 80 Zentimeter betragen, um für dessen Befestigung auch belastbar genug zu sein.

Für den Bau eines Kinderspielhäuschens ist nicht zwingend ein Baum notwendig. Diese können sowohl auf dem Boden, als auch auf Stelzen errichtet werden und die Kinder freuen sich meist genauso sehr darüber.

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Vorbereitungen für den Bau

Bei der Wahl des Holzes sollte darauf geachtet werden, robuste Hartholzplatten – vor allem für die Bodenplattform – zu verwenden. Bretter mit Astlöchern auf der Unterseite können die Tragfähigkeit des Bodens verringern, aber sonst an allen anderen Stellen bedenkenlos eingesetzt werden. Durch das Schleifen und die Bearbeitung mit Holzlasur sinkt die Verletzungsgefahr durch Holzsplitter und das Holz wird witterungsbeständig gemacht. Schrauben sind aufgrund des besseren Halts und der höheren Zugfestigkeit gegenüber Nägeln zu bevorzugen und sollten aus Edelstahl sein, um Rost zu verhindern.

Folgendes Material wird zum Bauen benötigt:

  • Hartholzbretter für Bodenplatte, Wände und Dach
  • Rundhölzer als Auflagefläche für die Bodenplatte
  • Seile oder Ketten, um keine Schrauben für die Befestigung am Baum zu benötigen – oder: lange, kräftige Schlüsselschrauben zur Befestigung dicker Vierkanthölzer bzw. Bohlen, falls der Baum keine geeigneten Äste für die Auflage der Grundplatte hat
  • Vierkanthölzer als Stützpfeiler oder Streben zur seitlichen Tragfestigkeit der Wandbretter sowie als Rahmen für das Dach
  • rostfreie Winkel für die Sicherung aller Ecken des Hauses
  • Kant- oder Rundhölzer als Geländer, falls die Plattform einen Außenbereich hat
  • Dachpappe für die Innenabdichtung des Dachs
  • ggf. kleine Fenster, falls diese gewünscht sind
  • Strickleiter für den Eingang und ggf. Flaschenzüge für Transporte und Spiele der Kinder

Damit der Bau selbst nicht zum Risiko wird, ist eine entsprechende Schutzausrüstung genauso wichtig, wie das passende Werkzeug: Schutzhelme, Schutzkleidung und –brillen, Handschuhe sowie Sicherheitsschuhe schützen von Kopf bis Fuß. So können zum Beispiel Sicherheitsschuhe nicht nur Zehen und Mittelfuß vor darauf fallenden Gegenständen mit der Stahlkappe abschirmen, sondern auch die Abrutschgefahr auf dem Baum minimieren. Was genau dabei alles benötigt wird, ist hier übersichtlich in Kategorien aufgelistet und bestellbar.

 

Die Plattform

Der wichtigste und vergleichsweise schwerste Schritt für den Bau eines Baumhauses ist die Anfertigung einer soliden, waagerechten Plattform.

Hat der Baum mehrere Äste auf etwa der gleichen und insgesamt angemessenen Höhe, können mithilfe der Seile oder Ketten die Rundhölzer angebracht werden, sodass ein Viereck entsteht, auf dem die Bretter der Bodenplatte angebracht werden können. Eine quadratische oder rechteckige Grundform ist nicht so wichtig, vereinfacht aber die nachfolgenden Schritte. Entscheidend ist, dass die Platte waagerecht errichtet wird.

Baumhäuser können auch auf einzelnen Bäumen ohne dicke Äste errichtet werden. Die Befestigung mit Eckstützen ist hier gut erkennbar.

Hat der Baum keine großen Äste oder mehrere Stämme, so kann auch eine alternative Konstruktion angebracht werden, bei der vier dicke Vierkanthölzer (z.B. 5x15cm) mit großen Schlüsselschrauben angebracht werden.

Dabei ergibt sich – mit dem Baum in der Mitte – eine Raute (#), die mit weiteren Bohlen umrahmt wird. Vorsicht: Bitte nicht auf diese stellen, bevor die Eck- und Querstreben darunter angebracht sind. Diese werden von unten an den Bohlen und am Baum angebracht, sodass die Plattform an den Baum gestützt wird. Dafür müssen die jeweils benötigten Winkel an den Enden der Streben mit der Stichsäge zugeschnitten werden, da die Oberfläche des Baumes an verschiedenen Stellen natürlich variieren kann.

Eine für den Baum schonendere Befestigungsart für die Plattform, sie kann auch mit Ketten oder Seilen realisiert werden.

Anschließend wird der Fußboden verlegt: Hierfür werden im Rahmen kleinere, waagerechte Streben angebracht, auf denen die Bodenbretter festgeschraubt werden. Sofern das Haus nicht mit witterungsbeständigen Abdichtungen an Wänden, Dach und Fenstern geplant ist, sollten die Fußbodenbretter mit ein paar Millimetern Abstand zueinander angebracht werden, da eindringendes Wasser sonst nicht abfließen und sich Schimmel bilden kann.

Je nach Baum und Art der Plattform ist es wichtig, an eine Falltür zu denken, durch die das Baumhaus betreten werden kann. Der Eingang kann mithilfe einer Strickleiter oder – sofern sich die Öffnung direkt am Stamm befindet – einer Leiter aus am Stamm festgeschraubten Rund- oder Kanthölzern realisiert werden. In beiden Fällen ist darauf achten, dass die verwendeten Hölzer nicht nur robust, sondern auch für Kinderhände geeignet sein müssen und die Oberflächen frei von Holzsplittern sind.

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Wände und Gerüst des Baumhauses

Um die Wände zu errichten, können die Bretter wahlweise quer oder hochkant an den auf dem Rahmen angebrachten Eckpfeilern angebracht werden. Dabei bitte nicht vergessen, dass eventuell Lücken für Fenster benötigt werden oder bei einem bestehenden Geländer auch eine halbhohe Wand verwendet werden kann, um Licht und Luft in das Baumhaus zu lassen. Tipp: Werden die Bretter ein wenig überlappt befestigt, kann der Regen von außen an den Wänden abfließen, was die Haltbarkeit des Hauses erhöht und mithilft, ungewollte Feuchtigkeit im Innenraum zu vermeiden.

Ist ein Gerüst eingeplant bzw. notwendig, ist es wichtig, dass hierbei die Größe der Kinder berücksichtigt wird – Die Höhe und Abstände der einzelnen Latten und Sprossen sollten eher klein ausfallen und möglichst an der Innenseite der Pfosten befestigt werden, da das Gebilde sonst nach außen stürzen kann, falls die Schrauben nachgeben sollten.

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Das Dach vom Baumhaus

Die Eckträger und darauf festgeschraubten Querträger werden als Grundlage für das Dach genommen. Wie die Bodenplatte werden die Latten oben gegen den Baum gestützt, um die Fläche für die Dachbretter bilden. Das Dach sollte auf jeden Fall eine deutliche Neigung besitzen, die ausreicht um Regenwasser gut abfließen zu lassen. Außerdem kann es innen mit Dachpappe abgedichtet werden, um den Innenraum trocken und das Baumhaus deutlich länger haltbar zu machen.

Und noch eine abschließende Empfehlung: Um die Sicherheit des Hauses zu gewährleisten, sollten mindestens alle zwei Jahre sowohl Haus als auch Baum überprüft werden.

Fotos: ©shellyart – Pixabay.com (CC0 1.0); ©Paddy Griffin – Geograph.org.uk (CC BY-SA 2.0); ©Lpele – commons.wikimedia.org (CC BY 3.0)

Quelle: selbst ist der Mann

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