Baum schneiden

Inhalt
  1. Baum schneiden: Wann?
  2. Lieber zu wenig als zu viel auslichten
  3. Die wichtigsten Schnittarten

Her mit Schere und Säge: Sowohl junge als auch betagte Obstbäume brauchen jährlich Pflege und einen ordentlich Obstbaumschnitt – aber bitte mit viel Vor- und Umsicht!

Wie war das noch gleich mit den drei wichtigen Dingen im Leben eines Mannes? Ein Kind zeugen, ein Haus bauen und – einen Baum pflanzen! Vorzugsweise einen Obstbaum, denn der spendet später nicht nur Schatten, sondern auch leckere Früchte. Allerdings müssen Obstbäume anfangs relativ streng „erzogen“, später erhalten und im fortgeschrittenen Alter auch verjüngt werden. Bevor Sie den Baum schneiden, sollten Sie jedoch genau prüfen, an welchen Zweigen Sie Schere und Säge ansetzen. Denn ein falscher Schnitt kann dem Baum mehr schaden, als er nützt!

 

Baum schneiden: Wann?

Die beste Zeit, um einen Baum zu schneiden, ist auf jeden Fall die Saftruhe im Winter von Februar bis März, weil die Äste dann noch nicht so viel Wasser führen und die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. Außerdem haben die Schnittwunden dann genügend Zeit, um zu verheilen. Die Temperaturen sollten allerdings nicht unter minus fünf Grad liegen, da das Holz ansonsten zu brüchig ist. Totholz können Sie auch im Sommer entfernen. Es ist dann ohnehin leichter zu erkennen, da an diesen Ästen keine Blätter wachsen.

Baum schneiden
VORHER: Der Baum wurde länger nicht geschnitten. NACHHER: Deutlich erleichtert geht der Baum nun in die neue Saison.
 

Lieber zu wenig als zu viel auslichten

Natürlich sollten Sie bei einem jungen Baum zu Beginn eine Grundform festlegen – etwa eine Pyramide, die der natürlichen Wuchsform der meisten Obstbäume entspricht, oder ein Hochstamm, dessen unterste Äste in mindestens 180 cm Höhe am Stamm wachsen, sodass man bequem unter ihnen hindurchlaufen oder sitzen kann. Anfangs ist ein jährlicher Schnitt zwingend. Werden die Bäume größer und älter, wird dieser manchmal versäumt – oder man kauft etwa ein Haus mit Garten und weiß nicht, wann der Baum das letzte Mal gepflegt wurde. Ist das Gewirr von Ästen und Zweigen zu dicht, müssen Sie es auslichten. Je älter ein Baum ist, desto behutsamer sollten Sie dabei vorgehen! Ein starker Rückschnitt führt im darauffolgenden Jahr zu einem starken Austrieb. Darunter leidet erst einmal der Fruchtertrag. Aber wenn Sie den Pflegeschnitt im zweiten Jahr nicht vergessen, werden Sie mit einer reicheren Ernte belohnt. Vorausgesetzt, Sie haben alles richtig gemacht!

Gartenpflege
 

Obstbaumschnitt

Rechtzeitig schneiden: Der Obstbaumschnitt dient der Vitalerhaltung Ihrer Obstbäume

 

Die wichtigsten Schnittarten

So gehen Sie vor: Zuerst wird das alte, meist noch gut erkennbare Kronengerüst wieder freigeschnitten. Entfernen Sie zunächst das Totholz, dann werden alle störenden, steilen und nach innen wachsenden Zweige ausgelichtet. Große Triebe bzw. Äste werden Stück für Stück zurückgeschnitten, dabei immer zuerst von unten schneiden, um ein Ausschlenzen zu verhindern. Der Astring sollte dabei nicht verletzt werden. Am besten schneiden Sie die Zweige rechtzeitig – der Verlust dickerer Äste bedeutet nämlich größere Wunden, deren Heilung lange dauern kann.

Erziehungsschnitt

Erziehungsschnitt

Damit bringen Sie die Pflanze in Form und legen die Kronenform fest. Diesen Schnitt sollten Sie in den ersten fünf bis sechs Jahren jährlich durchführen. Alle steil oder nach innen wachsenden Zweige werden abgeschnitten, die Triebspitzen vereinzelt.

Erhaltungsschnitt

Erhaltungsschnitt

Damit halten Sie etablierte Gehölze gesund und sorgen für immer neues Blüten- und Fruchtholz. Lichten Sie bis auf wenige Haupttriebe aus und schneiden alte Triebspitzen zurück, damit jüngere hochkommen. Alte, bodenbürtige Triebe ganz entfernen.

Verjüngungsschnitt

Verjüngungsschnitt

Hat man über Jahre den regelmäßigen Schnitt versäumt, bringt der Verjüngungsschnitt die vergreisten und blühfaulen Gehölze wieder auf Trab. Schneiden Sie die alten Triebe bis auf 10 cm zurück und lassen einige jüngere Äste als Ersatz stehen.

Fotos: Fotolia; sidm / DW

Quelle: Sonderheft 1 / 2017

Beliebte Inhalte & Beiträge
Copyright 2018 selbst.de. All rights reserved.