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Woraus besteht Wandfarbe?

redakteur
LupeBestandteile Wandfarbe

Jeder Heimwerker hat schon einmal eine Wand geweißt – aber womit eigentlich? Und warum kostet ein Eimer Wandfarbe 12 Euro, der daneben aber 36 Euro?

Ratlosigkeit vor dem Baumarktregal: „Reinigungsfähig“ steht da auf dem Eimer Wandfarbe und daneben: „Waschbeständig nach Euro-Norm“. Hört sich fast gleich an, doch die nach EN 13300 bezeichnete Farbe ist gleich mehr als doppelt so teuer. Im vergleichbaren Aufdruck kaum merklich, liegen zwischen den beiden Farbeimern qualitative Welten.

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Das Wort „waschbeständig“ darf nämlich jeder Hersteller ohne Prüfung auf einer Dispersionsfarbe anbringen – auch wenn die so zugesicherte Eigenschaft praktisch nicht stimmt. Erst in Zusammenhang mit der Euro-Norm wird eine verbindliche Qualitätsaussage getroffen: Die so bezeichnete Farbe muß einem definierten Scheuerzyklus standhalten, und zwar mindestens 1000 Mal. Zum Vergleich: Ohne DIN-Zusicherung werden oft weniger als 100 Zyklen erreicht, die Farbe würde auf der Wand schon abfärben, wenn man sich nur anlehnt.

Die Euro-Norm EN 13 300 regelt die Farbqualitäten erheblich strenger und übersichtlicher als die alte DIN. Je besser die Beständigkeit gegen Abrieb, desto kleiner die Zahl – wie bei Schulnoten.

Außerdem wird die Deckkraft bewertet – auch dabei gibt es drei Schulnoten: Klasse 1 deckt zu mehr als 99,5 Prozent, Klasse 2 wenigstens zu 98 Prozent und Klasse 3 weniger als 98 Prozent. Doch Vorsicht: Da die Deckkraft einer Farbe auf billige Art durch Zugabe von Füllstoffen erreicht werden kann, sollte man immer auch die Reinigungsfähigkeit im Auge haben – diese sinkt nämlich bei dieser Art der Billigmischung erheblich. Neu bei Wandfarben sind verbindliche Angaben einer Flächenleistung. Es muß also bei einer Kennzeichnung nach der neuen Norm auch angegeben sein, wieviel Wand bei den angegebenen Qualitätswerten angestrichen werden kann.

Die Reinigungsfähigkeit wird ganz wesentlich durch die sogenannten Bindemittel bestimmt, die in der Dispersionsfarbe enthalten sind. Mehr Bindemittel bedeutet also, dass die Farbe besser auf der Wand haftet und sogar nass abgewischt werden kann, ohne dass dabei gleich die Deckkraft verloren geht. Allerdings hat die Sache einen Haken: Hochwertige Bindemittel sind zusammen mit den Weißpigmenten die besonders teuren Inhaltsstoffe der Wandfarbe. Es gibt also einen unmittelbaren und praktisch nicht zu durchbrechenden Zusammenhang zwischen Qualität und Preis.

Die Bindemittel sind mit etwa zehn bis dreißig Prozent in der Farbe enthalten und beeinflussen auch andere wichtige Eigenschaften wie Haftungsvermögen, Beständigkeit gegen Rissbildung und Abblättern. Außerdem können die Verarbeitungseigenschaften wie zum Beispiel Fließen, Verlauf und Füllvermögen positiv beeinflußt werden.

Dass eine Farbe überhaupt weiß oder farbig deckend ist, verdankt sie der Beimengung von Pigmenten – das wohl wichtigste Pigment in weißen Dispersionsfarben ist zum Beispiel Titandioxyd. Titandioxyd ist allerdings auch der teuerste Bestandteil in Wandfarben. Wird an diesem Stoff gespart, bedeutet das mehr Mühe für den Anwender, denn dann muss er eine Wand mehrfach streichen, bis die Farbe wirklich deckend trocknet.

Den größten Anteil bilden daneben sogenannte Füllstoffe, die für das Volumen der Farbe verantwortlich sind. Hierfür werden meist Kreide, Kalk und Talk eingesetzt. Außer Wasser kommen dann noch Additive in den Eimer. Diese Zusatzstoffe sorgen dafür, dass die Farbe eine dickere Konsistenz bekommt, weniger schäumt und dass sich einzelne Komponenten nicht zu schnell im Eimer absetzen. Das Wasser bildet schließlich die sogenannte Trägersubstanz, denn es sorgt dafür, dass die Mischung der Materialien überhaupt aus dem Eimer auf die Wand aufgetragen werden kann. Nach dem Wandauftrag verdunstet es.

Inhaltstoffe von Dispersionsfarbe

  1. Dispersionsfarben nutzen Wasser als Trägermedium. Es verdunstet später schadlos in die Umgebungsluft
  2. Die Pigmente – in weißer Wandfarbe bestehen sie aus Titandioxyd – sorgen für das Deckungsvermögen und einen ausreichenden Weißgrad. Titandioxyd ist der teuerste Inhaltsstoff in Dispersions-Wandfarben
  3. Additive (Hilfsstoffe) werden nur in geringen Mengen beigemischt. Sie sollen zum Beispiel Trocknungsverhalten und Mischbarkeit verbessern
  4. Das Bindemittel beeinflußt die Beständigkeit gegen Riss- und Blasenbildung. Es ist wesentlich für die Reinigungsfähigkeit des Anstrichs verantwortlich und schützt außerdem vor dem Ausbleichen
  5. Füllstoffe verleihen der Wandfarbe Volumen und sind für die Konsistenz mit verantwortlich. Gebräuchliche Füllstoffe sind Kalziumkarbonat (Kreide oder Kalk) und Talk. Diese Materialien sind die billigsten Komponenten von Wandfarben, in Billigprodukten ist deshalb ihr Anteil oft stark erhöht

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Kommentare

Lehmfarben sind hochdeckend, umweltfreundlich, Schadstofffrei, regulieren die Luftfeuchtigkeit, wirken antibakteriell und können auf alle festen Untergründe ohne Grundierung gestrichen, b.z.w. gerollt werden. Warum also die chemische Keule rausholen wenn es doch auch mit naturbelassenen Stoffen geht. Lehmfarben verbessern die Raumluft, verhindern Schimmel und binden schlechte Gerüche. Mehr Informationen gibt es unter www.ammerland-farben.de

Puuuuhh... also, ich würde prinzipiell nur Farben streichen, die Volldeklaration haben, wie zum Beispiel die Naturkalkfarben von Haga. Immerhin bewohne ich die Räume, die damit gestrichen werden, ich will wissen, was da an meiner Wand sitzt. Alles andere wäre mir viel zu riskant.

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