Spalthämmer & -äxte gibt es schon ab 50 Euro in guter Qualität... mehr ›
Die neuesten Forenbeiträge
- Bauen & RenovierenRe: Pflasterfugenmörtel
- Bauen & RenovierenRe: Baustelle richtig heizen
- Bauen & RenovierenWohnzimmer verputzen - Keine Ahnung
Dampfbremsen – High-Tech von der Rolle (2)

Bauphysikalisches Wissen
Der Aufbau der ausgebauten Dachbauteile ist fast immer gleich. Die Dachdeckung übernimmt den Schutz des Hauses vor Regen, Schnee etc. Doch die Dachhaut ist nie wasserdicht, nur regensicher. Aus diesem Grunde sollte am besten immer eine Unterspannbahn unter der Dachdeckung angeordnet sein. Dann folgen von außen nach innen die Dämmschicht, egal wie sie angeordnet wird (zwischen, unter oder über den Sparren). Erst dann die Luft- bzw. Dampfbremse.
In der Regel werden heute zwei Formen des Dachaufbaus favorisiert. Das ist einmal das Kaltdach, bei dem die Dachdeckung auf zwei Ebenen hinterlüftet wird. Zum zweiten das Warmdach mit einer Vollsparrendämmung und nur einer Hinterlüftungsebene der Dachdeckung.
Das Dach ist ein vielschichtiges Bauteilgefüge, das in Bezug auf seine Ausführung als bauphysikalische Einheit zu begreifen ist. Doch wie auch immer einige sogenannte Fachleute diskutieren, lässt sich die Bauphysik nicht auf den Kopf stellen. Die Grundregel am Dach lautet: sdi > sda. Was einfach erklärt bedeutet: Wenn ich keine durchnässte Dachdämmung haben will, dann muss die Dampfbremswirkung eines Baustoffs –die sogenannte diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (gemessen in Metern) – auf der Innenseite des Daches stets größer sein als die eines Baustoffs auf der Außenseite des Daches.
Ein hohes Risiko für die gesamte Dachkonstruktion tritt beispielsweise dann ein, wenn auf der Dachaußenseite eine alte Unterspannbahn oder Dachpappe mit einem sda-Wert von größer als 100 m belassen wird und auf der Innenseite eine Dampfbremse mit einem sdi-Wert kleiner als 50 m verlegt wird. Sind dann noch zusätzlich die Überlappungsbereiche, Stöße und Anschlüsse nicht winddicht verklebt, kommt es zum programmierten Schadensfall; die Dämmung verliert bald ihre Dämmfähigkeit.
Der Trend geht weg vom absoluten Abdichten hin zu diffusionsoffenen Konstruktionen. Bei neuen Produkten geht es nicht darum, jeglichen Transport von Feuchtigkeit in die Konstruktion zu unterbinden, sondern sicherzustellen, dass eingedrungene Feuchtigkeit auch abgeführt werden kann (siehe Grafik rechts).
Möglich wird dies durch die Entwicklung extrem diffusionsoffener Unterspann- und Unterdeckbahnen, die durch ihren niedrigen Sperrwert der diffusionsäquivalenten Luftschichtdicke (Sd-Wert) das erwünschte Austrocknungsverhalten einer Dachkonstruktion nach außen hin sicherstellen. Gleiches gilt für die neue Generation der Luft- bzw. Dampfbremsen. Die Industrie hat eine Reihe dieser innovativen Produkte bereitgestellt. Einen Überblick finden Sie auf der nächsten Seite.
Fazit:
Die Zeit der absolut dampfdichten Dampfsperren scheint der Vergangenheit anzugehören. Zu viele Bauschäden – bedingt durch das komplette Einpacken der Bauteilschichten und damit der ungenügenden Diffusion der eingedrungenen Feuchte – sind Realität und haben zum Umdenken geführt. Unser Rat: Verwenden Sie möglichst moderne Produkte, von denen wir einige vorstellen.
Hausgemachte Probleme muss der Selbstbauer allerdings durch ein wenig Fleiß beim Durchlesen der Produktinformationen lösen. Auch ist eine gründliche Vorbereitung und sorgfältiges Arbeiten bei jeder Fuge letztlich die Garantie für eine Jahrzehnte währende Dämmfähigkeit der eingebauten Materialien.
Und egal, wessen Produkte Sie kaufen, es sollten immer Komplettlösungen einzelnen Produkten vorgezogen werden. Beim Kauf von Dampfbremsen und Unterspannbahnen werfen Sie am besten stets einen Blick auf die Sd-Werte. Dann klappt es auch mit der Bauphysik.
INFO-TIPP: Diffusion im Sommer und Winter
Das Dampfdruckgefälle wechselt im Laufe des Jahres die Richtung –abhängig von der Oberflächentemperatur des Daches (Oberflächent-emperatur des Daches liegt über (Sommer, links) oder unter der Raumtemperatur (Winter, rechts)). Die Sonne erwärmt z. B. die Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion und treibt die Nässe nach innen.
Dort kondensiert die Feuchtigkeit an der Dampfsperre. Dampfsperren wie Hygrodiode® von Icopal saugen die Feuchtigkeit auf und leiten sie in den Innenraum weiter, wo sie verdunstet.
























Kommentare
Kommentar hinzufügen