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Ungeahnte Platzreserve: Ein Siedlungshaus wächst über sich hinaus

bauidee

   
Ihr geerbtes kleines Siedlungshaus brachten Alexa und Jörn Wieland auf den neuesten Stand der Technik. Und ein großzügiger Anbau sorgt für mehr Platz und helle Räume.

Das kleine Siedlungshaus einfach abzureißen und neu zu bauen oder es doch zu verkaufen – diese Gedanken schwirrten Alexa und Jörg Wieland am Anfang ihrer Überlegungen im Kopf herum.

Das geerbte Häuschen aus dem Jahr 1936 entsprach auch nach einigen Renovierungen nicht mehr dem heutigen Standard: Kleine, dunkle Räume, Mauerwerk und Dach mit unzureichender Wärmedämmung und alte Fenster kennzeichneten es.

Seit Anfang der 90er Jahre bewohnen Alexa und Jörn Wieland das von den Urgroßeltern erbaute Haus. Daher war zum einen die familäre Bindung sehr stark und zum anderen bietet diese Siedlung in Nordenham auch besondere Qualitäten: Ein gewachsenes Wohnquartier mit viel Grün auf den etwa tausend Quadratmeter großen Grundstücken. Die Arbeitsplätze der Wielands sind nur einige Minuten entfernt und das Stadtzentrum von Nordenham kann man auch zu Fuß erreichen.

Während der Bauphase zog das Ehepaar in ein gemietetes Haus. So fuhr Jörn Wieland täglich auf dem Weg zur Arbeit an seiner Baustelle vorbei. Sieben Monate stand er dafür jeden Morgen eine Stunde eher auf. „Es war total spannend zu sehen, wie sich unser Häuschen von Tag zu Tag veränderte!“

Am Beginn der Planungen stand die Idee der Wielands, das Siedlungshaus in Eigenregie umzubauen und zu erweitern. So skizzierten die Wirtschaftsingenieurin und der Maschinenbauingenieur verschiedene Möglichkeiten eines Anbaus und überlegten sich, wie man den Grundriss neu organisieren könnte. Jörn Wieland erinnert sich: „Irgendwie sah alles unproportional aus, wir kamen einfach nicht zu einer ansprechenden Lösung.“

Das Ehepaar wandte sich an den Architekten Ulf Brannies, den sie während eines Vortrags zum Thema Altbausanierung kennengelernt hatten. Sie wünschten sich in ihrem Haus mehr Licht, mehr Platz und die Möglichkeit, Energie zu sparen. Ulf Brannies: „Das kleine Satteldachhaus bot kaum Raum für Erweiterungen. Wir haben deshalb einen komplett neuen Baukörper in Holzrahmenbauweise geplant, der sich durch seine Form deutlich vom Altbau abhebt und helle, großzügige Räume schafft.“ Dafür entfernten die Bauherren einen an das Haus angebauten kleinen Stall. Die ehemaligen Außenwände in Richtung Garten wurden durchbrochen, damit die Raumfunktionen Kochen, Essen und Wohnen ineinander übergehen.

Vorher: Klein und in die Jahre gekommen. Heute: Zeitgemäß und modern. Der neue Anbau ist deutlich zu erkennen.
 
Nahtlos fügt sich der Flachdach-Anbau an das Siedlungshaus, die Holzverschalung kennzeichnt den neuen Raum. Über das Eckfenster gelangt viel Licht ins Innere.Üppiges Grün ziert das Flachdach. Das Holzdeck verbindet Haus und Garten.
 
Die signalrote Holzeingangstür übersieht man nicht.
 
   

Außerdem wurde das Haus energetisch umfassend saniert: Die gesamte Außenhülle, also Dach und Fassade, bekam eine neue Wärmedämmung. Da die Außenwände in der Regel die höchsten Wärmeverluste haben, wurde ein 14 Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Auf den alten Außenputz klebte und verdübelte man die Dämmplatten, die anschließend mit einem zweilagigen Putz versehen wurden.

Das Dach bekam eine neue Deckung, die Sparren doppelte man auf, und dazwischen wurde eine 22 Zentimeter starke Dämmung aus Zelluloseflocken geblasen. Ulf Brannies: „Dieses Dämmmaterial besteht aus Altpapier und eignet sich ausgezeichnet auch für den sommerlichen Wärmeschutz.“ Wielands dachten anfangs nur an eine Teilsanierung und wollten lediglich die Fenster austauschen, Fassade und Dach eventuell später sanieren. „Zum Glück haben wir das Haus mit einem Architekten umgebaut, andernfalls wären etliche Fehler entstanden.“ Zum Beispiel sollte eine Fenstererneuerung gleichzeitig mit der Modernisierung der Fassade durchgeführt werden, da die Fenster in die Dämmung eingebunden werden. „Der erreichte Dämmstandard ist nun besser als bei einem Neubau“, erklärt der Architekt. Außerdem wurde das Projekt neben einem zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Zuschuss gefördert, der nicht zurück gezahlt werden muss.

Der neue Anbau lugt hinter dem Siedlungshaus hervor.
 
Früher stand hinterm Haus ein typischer Hühnerstall.
 
In Eigenregie entfernten Wielands den alten Anbau.
 
Die Bewehrung für die neue Bodenplatte des Anbaus.
 
Der neue Anbau: Das Erdgeschoss wurde aus Porenbetonsteinen, 24 cm, gebaut, ein 14 cm starkes Wärmedämmverbundsystem schützt vor Kälte. Auf das Erdgschoss stellte man ein Holzständerwerk, welches später mit einer Stülpschalung verkleidet wurde.
 
Das Haus mit den zwei Ge­sichtern: Modern präsentiert sich das Gebäude von der Gartenseite. Der Vorteil eines kubischen Anbaus: Mehr Platz und keine schrägen Wände.
 
Fließender Übergang von drinnen nach draußen: Eine Holzterrasse verbindet Anbau und Garten.
 
 
   
Auch von einer automatischen Abluftanlage überzeugte der Architekt das Ehepaar. Jörn Wieland konnte sich zwar nur schwer vorstellen, mit geschlossenen Fenstern zu leben: „Inzwischen bin ich aber total begeistert, alle Räume werden ständig mit frischer Luft versorgt.“ Weitere Vorteile einer Lüftungsanlage sind ein gesundes Wohnraumklima, Energieeinsparung durch kontrollierte Lüftung und die Vermeidung von Schimmelpilz und Bauschäden. Die verbrauchte Luft saugt die Anlage aus der Küche und den Bädern ab, über Außenventile strömt frische Luft wieder hinein. Die Anlage funktioniert selbsttätig, lässt sich einfach bedienen, und der Lärm bleibt – anders als bei geöffneten Fenstern – draußen. Zwischen 4000 und 5000 Euro sollte man für eine Abluftanlage einkalkulieren. Noch eine weitere ökologische Maßnahme: Eine Regenwasserzisterne sammelt das Niederschlagswasser und versorgt die Toiletten, die Waschmaschine und den Außenzapfhahn zum Blumengießen mit Wasser.
Das Fazit von Jörn Wieland: „Hätten wir einfach ohne Konzept mit unserem Wissen saniert, wäre das Haus nicht so geworden.“.
 
Wielands wünschten sich eine offene Küche. Klassische weiße Fliesen kennzeichnen den Küchenbereich, eingebaute Deckenstrahler erhellen den Raum.
 
Lichteinfall im Wohnzimmer: Durch bodentiefe Fenster blickt man ins Grüne, auch an trüben Tagen zeigt sich der Wohn- und Essbereich hell und freundlich.
 
Wohnen, Kochen, Essen: Im Erdgeschoss gehen die Raumfunktionen fließend ineinander über, so entsteht helle Großzügigkeit.
 
Sämtliche Holzoberflächen im ganzen Haus wurden gewachst und geölt.
 
Dachflächenfens­ter belichten den Treppenaufgang.
 
Um die Ecke gedacht: Mehr Sonne holt das Eckfenster ins Arbeitszimmer und bietet einen interessanten Ausblick in Richtung Straße. Lieblingsraum des Bauherrn: das Arbeitszimmer mit Ausblick in Richtung Straße.
 
Raumhoch wurden die Wände verfliest. Zeitlose Badkeramik wählten Wielands für das Badezimmer im Obergeschoss.
 
 
   
Daten & Fakten
Aufgabe: Um- und Anbau eines Einfamilienhauses
Grundstücks-
größe:
1000 m2
Wohnfläche Anbau: 64 m2
Wohnfläche neu: 152 m2
Anzahl Bewohner: 2
Baukosten: 1050 Euro/m 2
Baujahr Bestand: 1937
Baujahr Umbau: 2004
Bauzeit: ca. 7 Monate
Bauweise Anbau: EG: 24 cm Porenbeton + 14 cm WDVS OG: 30 cm Holzständerwerk zellulosegedämmt + 10 cm Stülpschalung
Dachdeckung: Flachdachziegel, lavarot




 
 
 

 

Kontakt

Architekturbüro Team 3

Dragonerstr. 38

26135 Oldenburg

Telefon 0441/27431

www.team-3.de

 

Fotos: Dietmar Blome


 
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