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 Licht im Bad

Interview: Licht im Bad

Im grellen Schein der Halogenspots ist es Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen: Ihr Bad ist schön! Wunderschön wird es erst, wenn Sie ihm das richtige Licht spendieren. Wie das geht, weiß unser Experte.

Wenn es Licht-Probleme gibt, dann kann Dr. Jürgen Waldorf weiterhelfen. Der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Gutes Licht erklärt im BAUIDEE-Interview, wie in Bädern eine angenehme Atmosphäre entsteht.

 

 

 

 

Welche Beleuchtung brauchen Bäder?
Am wichtigsten ist eine gute Allgemeinbeleuchtung durch Deckenleuchten. Im Raum können Sie sich schnell orientieren und bemerken Gefahren besser, zum Beispiel Wasserpfützen. Unentbehrlich ist auch eine gute Spiegelbeleuchtung. Zwei baugleiche Leuchten rechts und links neben dem Spiegel sind ideal. Sie leuchten Gesicht und Körper beim Rasieren oder Schminken gleichmäßig aus, ohne Schatten zu werfen. Große Spiegel vertragen eine zusätzliche Leuchte quer darüber. Gut sind Leuchten mit Opalglas-Abdeckung, weil sie das Licht weich in den Raum streuen. Auf Spots und Halogenstrahler sollten Sie am Spiegel verzichten, denn sie blenden zu sehr. Auch hartes, kühles Licht ist ungünstig: Lampen bzw. Leuchtmittel mit warmweißer Lichtfarbe sind hier die bessere Wahl. Ergänzen können Sie Allgemein- und Spiegelbeleuchtung durch eine Akzentbeleuchtung. Das kann zum Beispiel eine spezielle Leseleuchte für die Badewanne oder farbiges Licht in der Duschkabine sein.

Was mache ich bei einem kleinen Bad?
Hier reicht eine gute Spiegelbeleuchtung links und rechts neben dem Spiegel aus. Beachten Sie aber auch die Raumgestaltung: Helle, freundliche Töne weiten das Badezimmer. Dunkle Fliesen und Wandfarben schlucken hingegen mehr LichtEs sind mehr Leuchten oder stärkere Lampen nötig.

 

 

Welche Unterschiede gibt es bei Tageslicht- und fensterlosen Bädern?
Tageslichtbäder benötigen je nach Fenstergröße und Lichteinfall nur abends und nachts künstliches Licht. Sehr komfortabel sind moderne Beleuchtungssysteme, die das Licht per Knopfdruck steuern. Sie passen die Lichtverhältnisse dem Tageslichtanteil im Raum an. Bei fensterlosen Bädern ist eine gute Lichtplanung das A und O, weil sie ausschließlich künstlich beleuchtet werden. Viel Helligkeit bringen Lichtmodule an der Decke oder beleuchtete Glaswände. Akzente setzen zum Beispiel leuchtende Regalböden, und farbige LEDs in Boden oder Wand tauchen den Raum in wechselndes Licht.

Eignet sich indirektes Licht fürs Bad?
Ja, denn es verwandelt das Bad in einen gemütlichen Wohnraum. Es ist Teil der Akzentbeleuchtung. In Wandnischen oder Regale eingebaute Leuchten betonen Raumarchitektur, Einrichtung oder Accessoires. Rein indirekte Beleuchtung ist im Bad aber ungeeignet, da sie unscharfe Konturen zeichnet und viel zu dunkel ist.

Wann sollte ich mit der Lichtplanung beginnen?
Auf jeden Fall vor dem Renovieren. Alle Wünsche und Vorstellungen können in dieser Phase berücksichtigt und genügend Anschlüsse eingeplant werden.

Was muss ich bei der Planung beachten?
Zuerst sollten Sie klären, wie Sie das Bad später nutzen möchten. Soll es ein Badeparadies für die Familie, ein Refugium zum Entspannen oder ein Gästebad sein? Danach richtet sich das Beleuchtungskonzept. Ganz wichtig ist aber die Sicherheit – egal um welchen Badtyp es sich handelt. Schon bei der Planung müssen die Vorschriften der DIN-Norm VDE 0100 Teil 701 eingehalten werden. Sie unterscheidet drei Schutzbereiche: Bereich 0 umfasst den Innenraum der Bade- und Duschwanne. Hier darf man nur Leuchten mit Schutzkleinspannung bis 12 Volt verwenden. Bereich 1 begrenzt die senkrechten Flächen um Bade- und Duschwanne im Abstand von 120 cm um den Brausekopf. Auch hier sind nur 12-Volt-Leuchten erlaubt. Es schließt sich der Bereich 2 mit einer Tiefe von 60 cm an.

Die farbige Akzentbeleuchtung wecselt die Farbe, wenn das Wasser läuft: Handbrause Clear Lux von Hansa, für ca. 370 Euro

Das heißt also, ich darf nur ganz bestimmte Leuchten verwenden?
Ja, Badleuchten sollten mindestens der Schutzart IP X4 (geschützt gegen Spritzwasser) entsprechen. Wichtig: Sie dürfen nur in die Bereiche 1 und 2 eingebaut werden. Bei stärkerem Wasserkontakt beispielsweise durch Massagedüsen in der Duschkabine (Bereich 1) ist mindestens die Schutzart IP X5 (geschützt gegen Strahlwasser) notwendig. An den Sicherheitsprüfzeichen wie VDE, ENEC oder GS erkennen Sie die Betriebssicherheit.

Kann ich die Beleuchtung selbst planen?
Im Zweifelsfall rate ich immer dazu, einen Lichtplaner oder Elektroinstallateur zu beauftragen. Schließlich treffen im Bad Feuchtigkeit und Elektrizität aufeinander, was bei falscher Handhabung der Produkte lebensgefährlich werden kann. Fachleute wissen genau, wie und wo Anschlüsse gesetzt und Leuchten richtig eingebaut werden und welche Richtlinien wichtig sind.

 

Tipp: Energiesparlampen
Anstelle von Glühlampen können Sie im Bad auch Energiesparlampen verwenden. Diese gibt es mittlerweile in verschiedenen Lichtfarben – unter anderem auch im empfohlenen Warmweiß (=ww, < 3300 Kelvin). Im Vergleich zur Glühlampe verbraucht eine Energiesparlampe ca. 75-80% weniger Strom.

Zurück zum Thema Bäder richtig planen: Mehr Komfort beim Duschen

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