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Interview: Gefahr durch Farben und Lacke
Im Interview erklärt unser Experte, Dr. Reinhold Rühl, Leiter Zentralreferat Gefahrstoffe der BG BAU, worin für Heimwerker die Gefahren beim Umgang mit Farben und Lacken bestehen.
selbst: Worin liegen die Schwierigkeiten bei der Definition von Gefahrstoffen?
Rühl: Es gibt große Defizite bei den Kenntnissen der Stoffeigenschaften. Grob gesagt gibt es etwa 30 000 Stoffe, mit denen umgegangen wird. Etwa 3000 Stoffe sind eingestuft. Dies bedeutet aber weder, dass die anderen 27 000 Stoffe ungefährlich sind, noch, dass die 3000 eingestuften Stoffe umfassend untersucht wurden. Zu lediglich 100 Gefahrstoffen sind alle Eigenschaften bekannt. Studien zur Aufklärung, ob ein Stoff krebserzeugend ist, kosten mehrere Millionen Euro und werden daher nicht so oft durchgeführt.
selbst: Sind Be- und Entschichtungsstoffe ohne Gefahrensymbol generell ungefährlich?
Rühl: Grundsätzlich gilt: Bei Bau-Chemikalien ist immer Vorsicht geboten. Ist ein Stoff als sehr giftig eingestuft und zu mehr als sieben Prozent in einem Produkt enthalten, wird es als sehr giftig eingestuft. Ein Gehalt von 6,9 Prozent hat allerdings kaum eine andere Wirkung auf Menschen als der Gehalt von sieben Prozent.
selbst: Gibt es Ersatzprodukte, die ungefährlicher sind?
Rühl: Es gibt zu fast allen Bau-Chemikalien unproblematische Alternativen. Erkannt werden diese anhand zahlreicher Prüfsiegel. Grundsätzlich wird ein Blauer Engel für umweltfreundliche Produkte vergeben, das heißt in der Regel, dass auch weniger Lösemittel enthalten sind. Meistens sind die Alternativprodukte den ersetzten Produkten mindestens gleichwertig.

























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