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Heizen mit Solarenergie

Der Vorteil von Solarthermie-Anlagen: Sie lassen sich leicht und günstig auch nachträglich in jedes zentrale Heizungs- und Warmwassersystem integrieren.
Heute entscheidet sich jeder Zweite für diese sogenannten Kombi-Anlagen, auch wenn die mittlere Deckungsrate gängiger Solarthermie-Anlagen eher bescheiden ist. Zu etwa 20 bis 29 Prozent tragen sie zur Wärme- und Warmwassererzeugung eines Wohnhauses bei.
Vor einigen Jahren noch nutzte man Solarthermie meist nur zur Erwärmung des Brauchwassers – und gab sich mit geringen solaren Gewinnen zufrieden. Übers Jahr gesehen sparen Brauchwasser-Anlagen rund 60 Prozent der Energie zur Warmwasser-Aufbereitung. Das ist tatsächlich nicht so viel, da der Energieaufwand für die Warmwassererzeugung mit 8 bis 11 Prozent nur einen geringen Anteil am Gesamtwärmebedarf des Hauses hat.
In welchem Umfang die Solaranlage an kühlen Tagen die Raumheizung unterstützen kann, hängt auch entscheidend vom baulichen Zustand des Hauses ab. Ein gut gedämmtes, dichtes Haus mit geringem Wärmebedarf (Informationen dazu enthält der Energieausweis) und einem Wärmeverteilsystem, das sich mit niedrigen Heizungs-Vorlauftemperaturen begnügt (z. B. eine Fußbodenheizung), bringt die besten Voraussetzungen mit für einen hohen solaren Deckungsgrad.
Das Funktionsprinzip (Solarthermie) ist bei beiden Anlagentypen ähnlich. Eine um 30 bis 40 Grad geneigte, im Tages- und Jahresverlauf möglichst unverschattete Kollektorfläche garantiert bei Warmwasser-Anlagen eine optimale solare Ernte. Soll zusätzlich auch das Heizsystem von der natürlichen Wärmequelle profitieren, ist ein steilerer Aufstellwinkel günstiger, damit die Kollektoren in den kühleren Jahreszeiten die Strahlen der tiefer stehenden Sonne besser einfangen können. Steht zu wenig Dachfläche zur Verfügung, können die Kollektoren auch an der Fassade, auf dem Carport oder einem Vordach montiert werden.
Wer im Rahmen einer Modernisierung auch die Dacheindeckung erneuert, hat die Möglichkeit, die Flachkollektoren in die Dachebene integrieren zu lassen – anstelle der Dachpfannen (In-Dach-Montage). Größere Abweichungen von der Südausrichtung oder ein eingeschränktes Platzangebot auf dem Dach kann oft durch die Verwendung der leistungsfähigeren, teureren Vakuumröhren-Kollektoren kompensiert werden.
Die entscheidende Planungsgröße für eine Solaranlage zur Warmwasser-Aufbereitung ist die Anzahl der Hausbewohner und ihr Warmwasserbedarf. Pro Person kalkuliert man 1,5 Quadratmeter Flachkollektor- oder einen Quadratmeter Vakuumröhren-Kollektorfläche und 80 Liter Speichervolumen. Der Warmwasserspeicher ist also doppelt so groß wie ein herkömmlicher, um auch sonnenarme Tage überbrücken zu können. Im Durchschnitt umfasst er etwa 300 Liter. Komplettpakete zur solaren Wassererwärmung gibt es ab etwa 5000 Euro inklusive Montage.

Mindestens das Doppelte plus Montage müssen Sie für eine Solaranlage ausgeben, die zusätzlich die Raumheizung versorgt. Diese Kombi-Anlagen benötigen Kollektorflächen von etwa 10 bis 14 (Flachkollektoren) bzw. 7 bis 11 Quadratmetern (Vakuumröhren). Auch der Speicher ist mit 600 bis 1000 Liter größer dimensioniert und enthält Heiz- statt Trinkwasser. Die Warmwassererzeugung wird quasi nebenbei erledigt, indem das Heizwasser einen innen liegenden Trinkwassertank erwärmt.
Tipps zu Finanzierung und Förderung von Solarenergie-Heizungsanlagen
Dass Solaranlagen ein Gewinn für die Umwelt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sind, steht außer Frage. Dass sie sich wirtschaftlich rechnen, wird hingegen oft bezweifelt. Legt man das derzeitige, mittlere Preisniveau für Heizöl und Erdgas zugrunde und rechnet staatliche Förderungen sowie mögliche Handwerker-Rabatte herunter, könnte nach 20 bis 25 Jahren eine „schwarze Null“ unterm Strich stehen. Da Experten jedoch davon ausgehen, dass die Preise für fossile Brennstoffe in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen werden, kann man langfristig vielleicht sogar ein kleines Plus machen.
Steht die Wirtschaftlichkeit auf der Kippe, ist die optimale Abstimmung der Anlage auf den tatsächlichen Bedarf umso wichtiger. Eine überdimensionierte Warmwasser-Anlage würde sich kaum rechnen, da das üppige solare Angebot im Sommer von den meisten Haushalten gar nicht genutzt werden könnte.
Fotos: Schüco, Junkers, Vaillant















