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Trittschall kann zum Streitfall werden

redakteur
LupeTrittschall kann zum Streitfall werden

Trittschall sorgt immer wieder für Streit in Mehrfamilienhäusern, denn statt Teppichboden wird heute gerne Parkett oder Laminat verlegt. Die Bewohner der darunterliegenden Wohnungen sind davon meist wenig begeistert, weil sie nun von oben jeden Schritt hören. Denn die gesamte Deckenkonstruktion bestehender Häuser ist oft nicht so schallschluckend ausgelegt wie dies bei Neubauten üblich ist.

Beispiel: Die Eigentümer einer Wohnung in einem Hochhaus aus den siebziger Jahren hatten ihren Teppichboden gegen Parkett ausgetauscht. Die Eigentümer der Wohnung darunter beschwerten sich nun über gestiegene Trittschallbelastung. Sie verklagten die Nachbarn auf einen Rücktausch des Bodenbelages. Das Amtsgericht gab ihnen in erster Instanz sogar Recht: Es müsse wieder Teppichboden verlegt werden, um die Nachbarn nicht zu stören.

Parkett darf bleiben

Das Urteil: Nach Angaben der D.A.S. Rechtsschutzversicherung entschied der Bundesgerichtshof anders und wies die Klage ab. § 14 des Wohnungseigentumsgesetzes verpflichte die Eigentümer zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Sie würden durch den zusätzlichen Trittschall hier aber nicht über das unvermeidliche Maß hinaus benachteiligt. Maßgeblich für den Schallschutz seien die Grenzwerte, die bei Erbauung des Hauses gegolten hätten. Diese würden trotz Parkettboden eingehalten.

Nur die Gemeinschaftsordnung könne ein höheres Schallschutzniveau festlegen – in dieser sei aber nichts dazu geregelt. Es sei nicht entscheidend, welcher Bodenbelag bei der Errichtung des Gebäudes vorgesehen gewesen oder in den siebziger Jahren in den Verkaufsprospekten angepriesen worden sei. Denn die Geschmäcker bei der Wohnungsgestaltung würden sich im Laufe der Zeit nun mal ändern. Die Eigentümer der oberen Wohnung durften damit ihr Parkett behalten; BGH-Urteil vom 27. 02. 2015, Az. V ZR 73/14.


 
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