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Schallschutz
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Ehe Sie Ihren neuen Bodenbelag verlegen, muss der Untergrund vorbereitet werden. Für die Verlegung von Fliesen, Laminat und Co. sollte der Estrich glatt und trocken sein, selbstverlaufende Nivellierspachtel erleichtern hier die Vorarbeiten. Auch kleine Macken im Parkett oder Steinboden lassen sich reparieren, spezielle Reparatur-Sets bieten auf den jeweiligen Bodenbelag abgestimmte Spachtelmassen an.
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Trittschalldämmung

redakteur
LupeGuter Schallschutz dank Trittschalldämmung

Beschweren sich die Nachbarn von unten und schallen die Schritte auch laut im eigenen Raum, fehlt ein wirksamer Schallschutz, meist einfach eine gute Trittschalldämmung. Lesen Sie, wie ein Boden aufgebaut sein muss, damit Ruhe herrscht.

"Oh, Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Beinen, wie der gefährlich in den Knien federn kann ...“, sang Nico Haak 1976 und kletterte damit bis auf Platz 4 der deutschen Hitparade. Leider haben die meisten von uns weniger elastische Beine, weshalb es mitunter dröhnt und schallt, wenn man durch einen Raum läuft. Laute Laufgeräusche lassen sich jedoch durch einen Trittschall dämmenden Bodenaufbau reduzieren.

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  Workshop: Parkett und Laminat

Zum Aufbau zählen aus Schallschutz-Sicht die Deckenkonstruktion, der Estrich und der Bodenbelag. An der Deckenkonstruktion kann man nichts ändern: Entweder hat man eine Holzbalken- oder eine Massivdecke, überwiegend aus Stahlbeton, mittlerweile aber auch aus Ziegel- oder Porenbetonelementen. Massivdecken haben den Vorteil, dass sie allein durch ihr hohes Gewicht die Übertragung von Luftschall eindämmen. Holzbalkendecken dagegen übertragen in hohem Maße auch den Luftschall. Soweit es die Statik zulässt, kann man hier durch zusätzliches Gewicht gegensteuern.

Aufbau-Details: Schallschutz-Maßnahmen auf Holzbalkendecken und Massivdecken >>

Das können Betonplatten sein, die man zwischen einer Dämm- und Spanplattenschicht einbindet. Erlaubt die Statik keine derartige Beschwerung, sorgt auch eine etwas leichtere mineralische Trockenschüttung für mehr Ruhe. Häufig ist man sogar gezwungen, eine Schüttung einzubauen, denn alte Holzbalkendecken sind meist uneben und müssen ausgeglichen werden. Auf die Schüttung folgt dann z. B. Trockenestrich, den man im Gegensatz zu Nassestrich leicht selbst einbringen kann.

Trittschall-Geräusche reduzieren

Oft geht es jedoch weniger um Luftschallübertragungen, sondern vielmehr um lästige Trittschall-Geräusche. Und hier haben beide Deckenkonstruktionen gleichermaßen Probleme. Deshalb ist es sowohl bei Holzbalken- als auch bei Massivdecken wichtig, einen federnden Untergrund zu haben, der keinen Kontakt zu vertikalen Bauteilen aufweist. Der Estrich sollte also schwimmend eingebracht werden. Nass- und Trockenestrich müssen demnach durch eine Schüttung und/oder Dämmschicht von der Rohdecke getrennt sein. Des Weiteren sorgen Randdämmstreifen aus Mineralwolle oder Hartschaum dafür, dass der Estrich keinen direkten Kontakt zu den Wänden hat. Man sollte auch darauf achten, durch den Estrich gehende Rohre zu entkoppeln. Dies kann ebenfalls durch eine mit Dämmstoff ausgefüllte kleine Fuge erfolgen. In jedem Fall sollten die Dämmstreifen durchgängig von der Rohdecke bis zur Estrichoberkante verlaufen.

Auf den Estrich folgt ein Bodenbelag, der auch Trittschall- und Raumschallgeräusche beeinflusst. Stört der Trittschall vor allem Bewohner ein Stockwerk tiefer, geht einem der in den Raum reflektierte Schall selbst auf die Nerven. Im Gegensatz zum Estrich liegt das Heil aber nicht unbedingt in einer schwimmenden Verlegung. Denn hat man einen schwimmend eingebrachten Estrich, kann man den Bodenbelag gut fest darauf verkleben. Bei Massivparkett ist das sowieso zwingend notwendig, aber auch Laminat und Fertigparkett kann mit dem Untergrund verklebt werden. In diesem Fall darf allerdings keine Trittschallmatte aufkaschiert sein.

Übersicht: Trittschall-Dämmmatten für Laminat und Fertigparkett >>


Verlegt man derlei Hartbeläge schwimmend, sorgt eine Trittschallmatte – separat oder aufkaschiert – für guten Schallschutz. Das Trittschallverbesserungsmaß der einzelnen Systeme unterscheidet sich dabei nur wenig, es kommt vor allem auf die Materialstärke an. Holzböden mit einer 2 mm starken, aufkaschierten Dämmmatte kommen z. B. auf ein Trittschallverbesserungsmaß von rund 18 dB, wohingegen man mit einer separaten 5-mm-Polystyrolplatte schon 22 dB erzielt.

Dämmmatten senken Raumschall

Der Vorteil aufkaschierter Dämmmatten liegt eher im Raumschall, da das Laufgeräusch durch die feste Verbindung von Dämmung und Bodenbelag besser gedämpft werden kann. Abgesehen davon kostet es Zeit und Nerven, wenn man eine separate Trittschallmatte verlegen muss. Besonders, wenn vorher eine Dampfbremsfolie ausgelegt wird, weil der Estrich Restfeuchte enthält oder ein unbeheiztes Geschoss darunter liegt. Denn Folie und Schallschutzmatte können leicht verrutschen und auch reißen. Praktisch sind daher Kombiprodukte, die Schall- und Feuchteschutz gleichermaßen bieten, oder eben Elemente mit integrierter Schallschutzmatte, unter denen man nur eine Dampfbremse verlegen muss.

Parkett, Laminat und Fliesen haben auf Grund ihrer Härte von vorneherein ein Schallproblem. Mehrschichtige Kunststoffbeläge oder Teppichböden bieten dagegen von Natur aus guten Schallschutz. Selbst bei dünnen Teppichen beträgt das Trittschallverbesserungsmaß ca. 20 dB, handelsübliche Qualitätsware liegt zwischen 25-30 dB, besonders dichte Teppiche können bis zu 40 dB erreichen. Auch Kork schluckt viel Schall, ob als Fertigparkett oder massive Platte.


 
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