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Dampfbremsen - High-Tech von der Rolle
Der Sandwich-Aufbau moderner Bauteilschichten bei Dämmung und Verkleidung geneigter Dächer bedingt die Einhaltung bauphysikalischer Gesetzmäßigkeiten. Dazu gehören moderne Luft- und Dampfbremsen, die sich zu regelrechten High-Tech-Produkten entwickelt haben. Wir geben Tipps zur Umsetzung der praktischen Bauphysik und stellen wichtige Luft- und Dampfbremsen vor.
Nicht erst seit der neuen Energieeinsparverordnung 2002 werden vermehrt ehemals triste Dachböden zu modernen Wohnungen oder Ateliers ausgebaut. Schwerpunkt ist die erforderliche Dachdämmung und deren Schutz vor Durchfeuchtung. Noch vor 10 Jahren wurden die bauphysikalischen Probleme oft aus Unkenntnis nicht beachtet.
Und zwar nicht nur von den vielen Do-it-yourselfern. Auch die ausführenden Handwerker waren einfach überfordert oder ließen es an der erforderlichen Sorgfalt fehlen. Da wurden in den Dämmschichten Fugen gelassen und Dampfbremsen entpuppten sich als „einpackende Plastikdosen“, als „Heftrandmatten“ in Form der (un)guten alten Polyethylenfolie.
Und dann kamen auch noch dampfdichte mit Aluminium beschichtete Rauhfasertapeten. Dazu wurden nicht selten Dampfsperren mit Paketklebeband mehr zusammengehalten als -geklebt.
Doch wird nicht sorgfältig gearbeitet, kommt es aufgrund von Wind-strömungen oder thermischem Auftrieb zur Konvektion und damit zu einem unkontrollierten Luftaustausch. An den Leckstellen gelangt – infolge des Druckunter schiedes von innen nach außen – feuchte Raumluft in die Konstruktion. Die Menge beträgt ein Vielfaches von der normaler Diffusionsvorgänge. Im kalten Dachraum kondensiert diese feuchte Raumluft und lädt ihre Feuchtigkeitsfracht in der Wärmedämmung ab. Die Dämmung saugt sich voll und wird funktionsuntüchtig.
Wärmeverluste kosten Geld
Auf das Konto der Undichtheit gehen darüber hinaus erhebliche Wärmeverluste, was den Geldbeutel von Hausbesitzern belastet. Ein einfaches Rechenbeispiel: Durch eine 1 mm breite und 1 m lange, offene Fuge geht über achtmal soviel Wärme verloren als durch 1 m2 wärmegedämmter Dachfläche bei 140 mm Dämmstoffdicke!
Solch eine unsachgemäß verklebte Fuge kann also ca. 8 m2 der gedämmten Dachfläche praktisch außer Kraft setzen. Dies beweist die Wichtigkeit der aufeinander abgestimmten Baustoffe, hier der Dampfbremse und des Klebebandes. Zusätzlich kann sich durch den Feuchtetransport Schimmel im Innenraum niederlassen.
Das heißt, statt Dampfsperren sollte man lieber dampfbremsende Bauteilschichten einsetzen oder auf spezielle Dampfbremsen mit variablem Diffusionswiderstand beziehungsweise kapillarer Saugfähigkeit zurückgreifen, um ein ausreichendes Trocknungspotential sicherzustellen.
Fast alle wichtigen Produzenten haben die bauphysikalischen Zeichen der Zeit erkannt und moderne Luft- und Dampfbremsen entwickelt, die mit Recht als High-Tech-Produkte zu bezeichnen sind. Auch bietet die Industrie komplexe, aufeinander abgestimmte Systeme an.
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