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Dachausbau: Was verlangt der Gesetzgeber?

redakteur
Dachausbau: Was verlangt der Gesetzgeber?

Was fordert die EnEV 2002?

Bei der Erweiterung von beheizter Wohnfläche (Dachgeschoss oder Kellerausbau) um mehr als 30 m2sind die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an Neubauten einzuhalten.

Werden beispielsweise statt der Dachfläche großf lächige Dachfenster eingebaut, ist ein maximal zulässiger Wärmedurchgangswert (U-Wert) inklusive Rahmen von höchstens 1,7 W/m2K erforderlich. Besser für den Wärmeschutz sind 1,1 W/m 2K. Eine zwingende Wärmedämmung aller nichtausgebauten, zugäng-lichen Dach- und Kellergeschosse muss bis zum 31. 12. 2006 erfolgen.

In jedem Fall sind Decken bzw. Böden zu unbeheizten Räumen (Dachboden/Keller) zu dämmen. Ebenso sind alle Rohrleitungen und Armaturen in unbeheizten Räumen bis zum 31. 12. 2006 zu dämmen.

Beim Dachausbau gilt dies besonders für nicht gedämmte Spitzböden über den ausgebauten Räumen oder nicht völlig gedämmte Abseiten, in denen Rohrleitungen verlaufen. Wurde nach dem 1. 11. 1996 der Brenner erneuert, verlängert sich die obige Frist bis zum 31. 12. 2008.

In der Regel reicht die vorhandene Heizungsanlage aus. Sollte dem nicht so sein, ist der Schornstein auf einen weiteren Anschluss hin zu überprüfen (Bezirksschornsteinfeger fragen). Dies gilt auch, wenn Sie einen KaminKaminofen oder andere Feuerstätten einplanen.

Eine geeignete Abgasleitung einzubauen ist meist kein Problem. Dennoch: Auch hier zuerst mit dem Schornsteinfeger sprechen. Wichtig ist schließlich ebenso der Qualitätsnachweis der Winddichtheit des neu ausgebauten Dachgeschosses mittels Blower-Door-Test.

Was fordert der Gesetzgeber

Generell sind in jedem Bundesland die Landesbauverordnungen und kommunale Bebauungspläne maßgeblich. Bundesweit zeichnet sich ab, dass Dachgeschossausbauten hinsichtlich der Einhaltung der baurechtlichen Bestimmungen in die Verantwortung des Hauseigentümers übergehen.

Doch sehr viele Sonderbestimmungen in den einzelnen Bundesländern und eine Menge Vorschriften bieten Stolpersteine. Deshalb empfehlen wir, vor Beginn der Arbeiten eine Bauvoranfrage an die zuständige Behörde zu stellen.

In Bayern wird zur Zeit eine neue Bayrische Bauordnung erarbeitet. Dabei geht der Trend zu weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung des Bauherrn. Das gilt dann auch für den Dachgeschossausbau. In Sachsen-Anhalt heißt es im Paragraph 69 der Bauverordnung, dass der Dachausbau dann genehmigungsfrei ist, wenn bei Wohngebäuden geringer Höhe (7 m Fußbodenhöhe) durch eine sachkundige Person dem Bauherrn/der Bauherrin schriftlich bescheinigt wird, dass keine Bedenken hinsichtlich der Standsicherheit, des Brandschutzes und der bauphysikalischen Anforderungen bestehen.

Gleiches gilt für die Änderung tragender oder aussteifender Bauteile. Bei Dächern gilt die Freistellung nur für Beibehaltung der vorhandenen Dacheindeckung sowie der Dachkonstruktion und der äußeren Abmessungen (Gauben sind genehmigungspflichtig!). Sondereinbauten lösen bestimmte Forderungen aus. So verlangt der Einbau von Dachflächenfenstern bei Grenzbebauung über die Hälfte der Dachbreite eine neue Abstandsflächenberechnung.

In Nordrhein-Westfalen gelten liberale Feistellungsregelungen. Hier trennt man Wohngebäude nach geringer Höhe (7 m Fußbodenhöhe) sowie nach mittlerer Höhe (ab 7 m und nicht mehr als 22 m Fußboden-höhe). Zur Genehmigungsfreistellung müssen die Bauvorhaben im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes (oder Vorhabenund Erschließungsplans) errichtet werden und dürfen den örtlichen Bauvorschriften nicht widersprechen. Ob genehmigungsfrei oder nicht, es muss eine Woche vor Baubeginn die untere Bauaufsichtsbehörde unterrichtet werden.

Das Geschriebene gilt auch in den meisten anderen Bundesländern für den Ausbau von Ein- bis Zweifamilienhäusern bis 7 m Fußbodenhöhe. Dies ändert sich bei einer Fußbodenhöhe eines Mehrgeschosshauses (von bis zu 12 m) sowie bei einem Mehrfamilienhaus (über zwei Wohnungen).

Weitere Hinweise:

-Beträgt die Grundfläche des Bodens weniger als zwei Drittel des darunter liegenden Geschosses, ist keine Genehmigung erforderlich. Es sei denn, Änderungen der Statik und des äußeren Erscheinungsbildes erfordern dies.

-In einigen Bundesländern müssen Vollgeschosse (über 2/3 der Grundfläche, Mindesthöhe von 2,30 m) genehmigt werden.

-Wird das Erscheinungsbild des Hauses verändert, beispielsweise durch Aufbau von Dachgauben, Dachbalkonen, Dachterrassen oder den Einbau von Fenstern an den Giebelseiten (nur bei Grenzbebauung), ist der Dachausbau in jedem Fall genehmigungspflichtig.

-Dachausbauten bei Eigentumswohnungen bedürfen der Zustimmung der Miteigentümer. Mieter können nur ausbauen, wenn der Vermieter zustimmt.

-Es besteht Informationspflicht für Nachbarn bei Änderung des äußeren Erscheinungsbildes (zum Beispiel bei Gauben und Dachbalkonen) – ein Streit mit den Nachbarn ist zu vermeiden, wenn Sie diese rechtzeitig informieren.


 
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