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Fenster sichern

redakteur
 Fenster sichern

Rund 140000 Mal im Jahr brechen ungebetene Gäste in Häuser und Wohnungen ein. Der Schaden beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. Dennoch rüsten viele Hausbesitzer ihre Türen und Fenster erst nach einem Einbruch mit vernünftigen Einbruchschutz aus. Selbst wer ein Haus baut, investiert lieber in hochwertige Fliesen als in sichere Fenster. Dabei bietet es sich gerade bei neuen Fenstern an, gleich für Sicherheit zu sorgen. So einfach lassen sich Fenster sichern ...

Einbruchsichere Fenster

Wie in der Tabelle unten rechts zu sehen, gibt es verschiedene Widerstandsklassen. Bieten Standardfenster so gut wie keinen Schutz, bereiten Fenster mit WK 1 den potenziellen Einbrechern schon einige Mühe. Da die meisten schweren Jungs jedoch Schraubendreher oder gar ein Brecheisen zur Hand haben, empfehlen sich vor allem im Erdgeschoss mindestens Fenster mit WK 2.

Die Skizze unten verdeutlicht, an welchen Stellen eines Fensters Sicherungen eingebaut sein können. Mit steigender Widerstandsklasse steigt genau diese Anzahl an Sicherungen. Schon die Menge an Pilzzapfen pro Seite trägt entscheidend dazu bei, ob sich ein Fenster aufhebeln lässt oder nicht. Bei den Pilzzapfen der Fensterflügel handelt es sich um Metallbolzen mit einem pilzartigen Kopf, der in ein Schließstück am Fensterrahmen gleitet und von diesem umschlossen wird. Eine herkömmliche Fensterverriegelung verfügt nur über Metallzapfen ohne Pilzkopf, die problemlos aus dem Schließstück herausgedrückt werden können.

Sicherheit im Rahmen

Weitere Sicherungsmaßnahmen sind umlaufende Stahlverstärkungen in Rahmen und Flügel, die dazu beitragen, dass Schließstück und Verriegelungszapfen fest verankert sind. Das Schöne: Diese Sicherungen sind unauffällig im Fenster integriert.

Ebenfalls unauffällig ist die Verglasung. Es gibt zwei Gruppen von Sicherheitsglas: Die Gruppe A ist in drei Sorten gegliedert, wobei A1 eine 4,11 kg schweren Metallkugel herabfallend aus 3,5 m Höhe verkraftet, A3 die gleiche Kugel aus 9,5 m. In Gruppe B folgen die durchbruchhemmenden Verglasungen. Hier wird im Prüfverfahren ermittelt, wie lange das Glas Axthieben standhält. Da hat man also schon etwas sehr Solides, das für Banken interessanter ist als für Privathaushalte.

Üblicherweise sind der Flügel und die Verglasung sicherheitstechnisch aufeinander abgestimmt, das heißt zum Beispiel, ein Fenster mit WK 2 enthält Glas der Klasse A3. In jedem Fall sollten Sie aber im Einzelfall noch einmal nachfragen. Denn ganz unwichtig ist auch das Glas nicht: Zwar schlägt kaum ein Einbrecher die Scheibe ein, jedoch kann diese beim Aufhebeln zerspringen. Und genau das sollte nicht passieren.

Alte Fenster mit mehr Sicherheit

Benötigt man keine neuen Fenster, möchte sie aber sicherer machen, geht das auch nachträglich. Auf den Seiten 80 bis 82 stellten wir schon zwei Fenstersicherungen vor, hier nun zwei weitere: Die Scharnierseitensicherung hat den Vorteil, ganz ohne Schlüssel bedient zu werden: Wird der Stift gedrückt, ist das Schloss verriegelt. Zum Entriegeln drückt man den Stift erneut und er fährt wieder hinaus. Das Stangenschloss bietet große Sicherheitsreserven beim Aufhebeln, auch ohne dass das Schloss am Griff zugedrückt ist. Denn die Stangen greifen beim Schließen des Fensters automatisch in die Riegelführungen oben und unten. Die Griffverriegelung verhindert nur, dass man den Griff nach Einschlagen der Scheibe betätigen kann.

Beide Sicherungen ermöglichen auch ein Kippen des Fensters, gewährleisten dann aber kaum mehr Sicherheit. Entsprechend sollten alle Fenster beim Verlassen des Hauses geschlossen und verriegelt werden. Das gilt im Übrigen auch für neue Sicherheitsfenster mit einbruchhemmendem Glas. Wer seine Fenster immer offen lassen möchte, auf Sicherheit aber nicht verzichten will, sollte sich über außen angebrachte Fenstergitter Gedanken machen. Nicht unauffällig, aber sehr praktisch.

Fenstersicherung im Detail - Schritt für Schritt
Scharnierseitensicherung montieren - Schritt für Schritt
Stangenschloss montieren - Schritt für Schritt

Außer von Abus gibt es u. a. noch Sicherungen von Burg-Wächter. Sowohl aus Gründen der Sicherheit als auch der Optik sollte man aber an ein Fenster nur Produkte ein und desselben Herstellers einbauen.

Alternative Sicherungen

Sicherheit im RahmenChristian Meyer, Redakteur

SICHERHEIT AN FENSTERN: Früher oder später?

Sicherheit ist immer noch ein Bereich, in dem gespart wird. So scheitern Täter nur etwa bei 45 Prozent aller Einbrüche an vorhandenen Sicherungen. Eine Umrüstung alter Fenster- und Türschlösser könnte das ändern und manchem eine böse Überraschung ersparen. Welche Möglichkeiten es hierfür gibt, zeigen wir auf diesen und weiteren Seiten in diesem Heft. Der einzige Nachteil nachträglicher Sicherungen ist deren Design: Klobige Fenstergriffe und Stangensysteme sind nicht gerade eine Zierde fürs Fenster. Hier bestünde für die Hersteller also durchaus noch Nachholbedarf, etwas gefälligere Sicherungen in größerer Auswahl anzubieten.

Wer aus wärmeschutztechnischen Gründen sowieso seine Fenster austauschen muss oder komplett neu baut, sollte von vorneherein sichere Fenster einbauen lassen. Gerade bei freistehenden Einfamilienhäusern empfiehlt es sich, für Sicherheit zu sorgen. Minimum sollten hier Fenster der Widerstandsklasse WK 2 sein, im Erdgeschoss besser noch Fenster mit WK 3. Gleiches gilt für Mietwohnungen im Erdgeschoss. In oberen Stockwerken von Mehrfamilienhäusern reichen auch Standardfenster, sofern man sie nicht über Garagendächer oder einen Balkon erreichen kann. Besonderes Augenmerk sollte hier der Wohnungstür gelten, denn im Gegensatz zu Ein- oder Zweifamilienhäusern dringen die Täter in größeren und anonymen Gebäuden mangels anderem Zugang oft über die Wohnungstür ein.


 
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