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Schmuck und Besteck aus Silber selbst reinigen

Silber reinigen
Tafelsilber muss regelmäßig gereinigt werden

Silber ist neben Gold wohl das wichtigste Material zur Herstellung von Schmuck und kommt schon seit Jahrhunderten bei der Herstellung von erlesenem und wertbeständigem Essbesteck zur Anwendung. Das sogenannte Tafelsilber wird in vielen Haushalten zu besonderen Anlässen genutzt und verleiht der Feier eine ganz besondere Note.

Ein Nachteil bei diesem Edelmetall ist jedoch, dass es mit der Zeit schwarz anläuft und seinen Glanz verliert. Ursache hierfür ist die chemische Reaktion des Silbers mit geringsten Schwefelwasserstoff-Anteilen in der Luft. Dadurch entsteht Silbersulfid, das sich auf der Silberoberfläche als schwarzer Belag bemerkbar macht. (Wie Silbersulfid genau entsteht, ist auf der Webseite chemie.de anschaulich beschrieben). Doch dieser Effekt kann mit einfachen Mitteln rückgängig gemacht werden, sodass Schmuck und Tafelsilber anschließend um die Wette glänzen.

Angelaufenes Silber lässt sich mit einfachen Mitteln selbst reinigen

Ist der Silberschmuck oder das Besteck mit der Zeit unansehnlich geworden, ist das kein Grund zur Panik. Es ist auch nicht nötig, viel Geld für im Handel angebotene Reinigungsmittel auszugeben oder noch mehr Geld, indem die Reinigung einem Profi überlassen wird. Denn die chemischen Eigenschaften von Silber kann sich jeder mit einfachen Mitteln zu Nutze machen.

Silber hat von allen Metallen die beste elektrische Leitfähigkeit und den kleinsten spezifischen elektrischen Widerstand. Um die chemische Reaktion des Silbers mit Schwefelwasserstoff rückgängig zu machen, müssen also Elektronen angeboten werden, vorzugsweise die eines unedlen Metalls, weil unedle Metalle wie beispielsweise Aluminium sehr leicht Elektronen abgeben. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.


Angelaufenes Silberbesteck

Angelaufenes Silberbesteck

Aluminiumfolie ist ein bewährtes Mittel zur Reinigung von angelaufenem Silber. Im Haushalt finden sich jedoch meist noch weitere Mittel, die dazu benutzt werden können, Silber wieder auf Hochglanz zu bringen. Hier ein Überblick über Hausmittel, die sich zur Reinigung von Silber eignen:

  • Aluminiumfolie: Aluminium gibt als unedles Metall sehr leicht Elektronen ab. Gibt man noch Kochsalz dazu, wird der Transport der Elektronen nochmals erleichtert. Es finden chemische Reaktionen statt, die das Silbersulfid wieder in reines Silber überführen.
  • Backpulver: Das darin enthaltene Natriumhydrogencarbonat (Natron) ist sehr reaktionsfreudig und kann deshalb durch chemische Reaktion ebenfalls den Schwefel vom Silber trennen.
  • Zahncreme: Die in der Zahncreme enthaltenen Tenside bestehen oft aus Natriumlaurylsulfat. Tenside wirken beim Ablösen kleiner Feststoffteilchen von festen Oberflächen unterstützend. Nachteil dieser Methode ist, dass auf dem Silber feine Kratzer entstehen können.
  • saure Milch, Dickmilch, Buttermilch: Bei saurer Milch wurde der Milchzucker in Milchsäure umgewandelt. Diese besitzt ebenfalls die Fähigkeit, Silber von dunklem Belag zu befreien. Bitte aber keine ätzende Säure verwenden.
  • Bier: Ein weiteres Hausmittel zum Reinigen von Silber ist Bier. Silberbesteck oder Silberschmuck glänzt wieder, wenn es eine Nacht in Bier eingelegt wird.
  • Gebissreiniger: Diese enthalten in der Regel Natriumkarbonat (Soda). In Alufolie eingewickeltes Silberbesteck in eine erhitzte Sodalösung gelegt, führt zu chemischen Reaktionen, die das Silber wieder glänzen lassen.

Die effektivste Methode: Alufolie, Salz und kochendes Wasser

Angelaufener Silberschmuck oder unansehnliches Silberbesteck kann ohne großen Aufwand wieder glänzend gemacht werden. Benötigt wird dafür lediglich:

  • eine Schüssel
  • Aluminiumfolie
  • Kochsalz
  • heißes Wasser

Vorgehensweise

In fünf einfachen Schritten kann angelaufenes Silber wieder auf Hochglanz gebracht werden:

1. Die Schüssel mit Aluminiumfolie auslegen.

2. Einen Esslöffel handelsübliches Kochsalz hinzugeben.

3. So viel heißes Wasser in die Schüssel gießen, dass die zu reinigenden Stücke vollständig mit Wasser bedeckt sind, sobald sie hineingetan werden.

4. Etwas umrühren, sodass sich das Salz auflöst.

5. Das Silber in die Schüssel legen.

Da die chemischen Reaktionen mit der Zeit immer schwächer werden, nützt es nichts, das Silber sehr lange in der Lösung zu belassen. Bei stark angelaufenem Silber sollte der Vorgang komplett wiederholt werden. Nach einer gewissen Zeit besteht die Lösung vorwiegend aus Schwefel und oxidiertem Aluminium. Die Aluminiumfolie kann nicht beliebig viele Elektronen abgeben und die Kochsalzlösung kann auch nicht beliebig viele der entstehenden Ionen aufnehmen.

Wird das Silber zu lange in der Lösung belassen, können sich die Ionen auch am Silber niederschlagen. In der Folge kann es deshalb zu unerwünschten Niederschlägen kommen. Bei Bedarf sollte der Vorgang nach etwa 30 Minuten wiederholt werden. Das folgende Video zeigt noch einmal, wie es geht.




Was genau passiert

Die Chlorid-Ionen, die durch das Kochsalz (Natriumchlorid) im Wasser gelöst sind, reagieren mit den Ionen der Aluminiumfolie und bilden Aluminiumhydroxid und Wasserstoff. Der Wasserstoff reagiert mit dem Silbersulfid zu Schwefelwasserstoff und lässt am Ende reines Silber übrig.

Der wesentliche Punkt, um Silber vor dem Anlaufen zu schützen, ist der Schutz vor Schwefelwasserstoff. Da dieser in geringen Anteilen in der Luft enthalten ist, wird es sich leider nie ganz vermeiden lassen, dass von Zeit zu Zeit dieser unansehnliche schwarze Belag entsteht. Eine Vakuumverpackung wäre also die optimale Methode, um Silberschmuck oder Silberbesteck aufzubewahren. Aber wer hat schon ein Vakuumiergerät zu Hause?

Was, wenn es sich um Silberschmuck mit Perlen oder Edelsteinen handelt?

Siberring

Viele Ringe sind mit einem oder mehreren Edelsteinen besetzt

Häufig ist Silberschmuck mit Edelsteinen oder auch Perlen besetzt. Handelt es sich beispielsweise um eine Silberkette mit einem Perlenanhänger, kann dieser vor der Reinigung entfernt werden, da ihm das Salzwasser nicht guttut. Perlen benötigen Luft, Wärme und ein klein wenig Fett, welches beim Tragen von der Haut abgegeben wird. Wie in den Pflegetipps von happy-size.de unter der Kategorie Schmuckpflege nachzulesen ist, sollten die empfindlichen Perlen ab und an mithilfe eines milden Seifenbades gereinigt werden.

Bei Edelsteinen hingegen ist es von Fall zu Fall unterschiedlich. Harte Edelsteine, wie Diamanten, Rubine oder Saphire können getrost im Seifenbad und sogar mit einer weichen Zahnbürste von Schmutz und Ablagerungen befreit werde. Weiche Edelsteine, wie Lapis Lazuli oder Opale hingegen haben eine weiche und poröse Oberfläche, welche durch Seife und andere Reinigungstechniken schnell Schaden nehmen kann. Schmuckstücke die über diese Edelsteine verfügen, sind zur Reinigung als stets zum Juwelier zu bringen.

Hinweise für das Aufbewahren von Silber

Um das Anlaufen des Silbers zu verzögern, empfiehlt es sich, folgende Hinweise zu beachten:

  • Silberschmuck sollte nicht offen im Regal herumliegen. In einer Schublade oder einem Schmuckkästchen ist er besser aufgehoben.
  • Das zusätzliche Umwickeln mit Aluminiumfolie verzögert das Anlaufen des Silbers.
  • Ein weiterer Trick ist die Aufbewahrung in einem verschließbaren Plastiktütchen zusammen mit einem Stück Aluminiumfolie und etwas handelsüblicher Tafelkreide. Das verhindert eine Oxidation des Silbers und verzögert außerdem die chemische Reaktion mit der Luft.
  • Behältnisse aus Filz oder Leder sondern in geringen Mengen Schwefelverbindungen ab. Deshalb sind sie als Aufbewahrungsmaterial ungeeignet.
  • Baumwoll- oder Leinenstoffe wirken dagegen als Korrosionshemmer.
  • Während der Aufbewahrung von Silberschmuck sollte auf diesen kein Druck ausgeübt werden. Das kann zu Kratzern und anderen Beschädigungen führen.


Hinweise für das Tragen von Silberschmuck

Spülwasser, chlorhaltiges Wasser oder Schweiß beschädigen auf Dauer die Oberfläche von Silberschmuck. Da Silber zudem ein sehr weiches Material ist, können Stöße irreparable Dellen und Kratzer hinterlassen. Bei den folgenden Gelegenheiten sollte also lieber keinen Silberschmuck getragen werden:

  • bei Haus- und Gartenarbeit
  • beim Sport
  • beim Saunabesuch
  • beim Sonnenbaden
  • unter der Dusche
  • beim Schwimmen im Swimmingpool (chlorhaltig) oder Salzwasser

Am besten wird der Schmuck auch erst nach dem Make-up angelegt. Kosmetika wie Haarlack, Puder, Parfums, Deodorants und Sonnencremes enthalten Stoffe, die zu unerwünschten chemischen Reaktionen mit dem Silber führen können (gleiches gilt übrigens für viele Edelsteine). Grundsätzlich sollte Silberschmuck vor Dämpfen, Fetten sowie Ölen geschützt werden. Werden diese Pflegehinweise beachtet, bleibt der Silberschmuck lange gepflegt und schön.

Bildquellen:
© Werner Fellner - Fotolia.com Bild 1
© Vielfalt21 - Fotolia.com Bild 2
© B. Wylezich - Fotolia.com Bild 3


 
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