3-Wege-Boxen selber bauen

Während die Preise für Wiedergabegeräte wie CD- oder DVD-Spieler konsequent fallen, sind gute 3-Wege-Boxen nach wie vor eine kostspielige Angelegenheit. Durch Selbstbau lässt sich jedoch bares Geld sparen: Dank vorkonfektionierter Technik-Bausätze und unserer Anleitung können Sie klangvolle 3-Wege-Boxen selber bauen. Mit selbst.de wird Lautsprecherbau zum Kinderspiel!

Bei einem Lautsprecher kommt es in erster Linie auf den Klang an. Und der stellt – ungeachtet aller individuellen Hör-Vorlieben (oder auch Hörschwächen) keine unbestimmbare Größe dar. Vielmehr lässt sich die Qualität eines Lautsprechers mit einem Frequenzschrieb darstellen. Ein möglichst linearer Kurvenverlauf stellt dabei die Herausforderung an die Konstruktionsingenieure dar.
Für den gezeigten 3-Webe-Lautsprecher haben wir den Visaton-Bausatz ALTO III C für die 3-Wege-Standbox mit 55 Litern Innenvolumen verwendet. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 100 W, die Musikbelastbarkeit bei 180 W an einer Impedanz von 4 Ohm. Durch die Doppelbassbestückung mit zwei parallel geschalteten 17-Zentimeter-Tieftönern ergibt sich eine eindrucksvolle und saubere Basswiedergabe. Ab einer Frequenz von etwa 450 Hz übernimmt der in einem geschlossenen 3-Liter-Volumen arbeitende 10-Zentimeter-Konusmitteltöner die Arbeit. Oberhalb etwa 3500 Hz setzt die 19-Millimeter-Hochtonkalotte ein. In der Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie solche 3-Wege-Boxen selber bauen.

 

3-Wege-Lautsprecher selber bauen

Neben den akustischen Qualitäten eines Lautsprechers entscheidet über Gefallen oder Nichtgefallen auch das Aussehen. Das Boxen-Gehäuse besteht aus geraden, auf Stoß verleimten Platten und ist somit recht unkompliziert zu bauen. Bei der Materialwahl sollten Sie einen möglichst homogenen Werkstoff wählen, der auf der gesamten Fläche das gleiche Schwingungsverhalten aufweist. Massivholz ist daher eher nicht geeignet. Wir haben uns für orange durchgefärbte MDF entschieden, da hierdurch die Oberflächenbehandlung auf ein Minimum reduziert werden kann. Die beiden Platten für das geschlossene Volumen des Mitteltongehäuses haben wir vor dem Verleimen der Front- und Rückwand eingebaut. In die hintere Platte müssen Sie für die Verkabelung des Hoch- und Mitteltöners noch zwei 8-mm-Löcher bohren. Diese müssen nach dem Durchführen der Leitungen mit einem geeigneten Dichtstoff (z. B. Silikon oder Acryl) abgedichtet werden.

Praxistipp: Boxen-Gehäuse aus farbigem MDF
MDF-Platten sind ein für den Lautsprecherbau hervorragend geeignetes Material. Die Glunz AG bietet die Mitteldichte Faserplatte in sieben verschiedenen Farbtönen, in Materialstärken von 10 bis 25 mm und als biegbares MDF unter den Markennamen Topan colour und Topan Form colour an. Das Material wird unter dem Namen Topan Colour von der Firma Glunz angeboten und ist bundesweit bei Holzland erhältlich.

Praxis-Tipp: Stumpf oder auf Gehrung

Alternativ zu der hier gezeigten stumpfen Verleimung der Gehäuse können Sie diese auch auf Gehrung fertigen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine exakte Formatkreissäge. Beim Verleimen sollten Sie die Platten dann mit Klebeband an den Außenseiten fixieren. Der Unterschied steckt im Detail. Links sehen Sie eine Gehäuseecke in der stumpf verleimten Variante. Die auf Gehrung verleimte Box ist et­was attraktiver, da die Kante unsichtbar bleibt.

 

Anleitung: 3-Wege-Boxen bauen

Die Frequenzweiche wird an der Rückwand gegenüber dem oberen Bassausschnitt montiert. Hier empfiehlt sich, die Bohrungen bereits vor dem Zusammenbau des Gehäuses einzubringen. Ist das Gehäuse komplett verleimt, müssen Sie die Flächen und Sichtkanten glattschleifen. Schneller und leichter gelingt das mit einem Exzenterschleifer und 120er bzw. 220er Schleifblatt. Dann wird das Topan dreimal klarlackiert – dabei nach jeder Schicht mit 220er Schleifpapier von Hand zwischenglätten. Zur Bedämpfung der Box wird eine halbe Matte in das Mitteltongehäuse gestopft, der Rest in das Bassgehäuse. Jede Matte wird hierzu einmal quer und einmal längs gefaltet und so in der Box positioniert, dass der Bereich hinter dem Bassreflexrohr frei bleibt und das restliche Volumen des Gehäuses locker gefüllt ist. Zum Schluss werden die Lautsprecherchassis und Anschlussterminals angelötet und eingeschraubt.

Quelle: selbst ist der Mann

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